Özdemir will Kretschmanns Erbe antreten – kann er die Grünen zum Sieg führen?
Niklas NeumannProminenz und Distinktion als Strategie - Das ist Cem Özdemir - Özdemir will Kretschmanns Erbe antreten – kann er die Grünen zum Sieg führen?
Cem Özdemir ist nun Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026. Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister strebt an, Winfried Kretschmann als Ministerpräsident abzulösen. Erste Umfragen deuten darauf hin, dass die Grünen die CDU in einem knapp umkämpften Rennen knapp überflügeln könnten.
Özdemirs politische Karriere begann 1994, als er als erster Abgeordneter mit türkischen Wurzeln in den Bundestag einzog. Später fungierte er als Bundesvorsitzender der Grünen und bekleidete unter Bundeskanzler Scholz Ministerämter. Seine Erfahrung liegt jedoch vor allem auf Bundesebene – in der Landespolitik war er bisher kaum aktiv.
2021 gewann er den Wahlkreis Stuttgart I direkt mit 40 Prozent der Stimmen. Diesmal setzt sein Wahlkampf darauf, ihn als pragmatische, bürgernahen Spitzenpolitiker zu präsentieren. Die schlichten Plakate der Grünen – in dunklem Grün mit nur seinem Gesicht und einem dezenten Parteilogo – unterstreichen diesen personalisierten Ansatz.
Özdemir, bekannt für seine eher konservativen Positionen, lehnt ein rasches Verbot von Verbrennungsmotoren ab und vertritt eine klare Linie in der Migrationspolitik. Als Bundeslandwirtschaftsminister übernahm er zudem das Bildungsressort von der FDP. Seine Leistung am Wahlabend wird entscheiden, ob er das höchste Amt im Land erringen kann.
Aktuelle Prognosen sehen die Grünen knapp vor der CDU. Ein starkes Ergebnis könnte ihnen entweder einen direkten Sieg bescheren oder eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung in Stuttgart einbringen.
Die Bundestagswahl 2026 wird zeigen, ob Özdemir den Sprung von der Bundespolitik an die Spitze Baden-Württembergs schafft. Der Erfolg seines Wahlkampfs hängt davon ab, ob die Grünen ihren knappen Vorsprung vor der CDU halten können. Ein Sieg würde nach Kretschmanns langer Amtszeit einen Wechsel an der Spitze des Landes einläuten.
