13 March 2026, 02:17

Pharmazeutische Dienstleistungen scheitern an mageren Vergütungen und Bürokratie

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Plakaten an den Wänden und einer Straße unten.

Pharmazeutische Dienstleistungen scheitern an mageren Vergütungen und Bürokratie

Pharmazeutische Dienstleistungen mit Vergütung (pDL) in Deutschland enttäuschen seit Einführung

Das deutsche Programm für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL), das bereits vor 2020 an den Start ging, hat bis heute die Erwartungen nicht erfüllt. Trotz positiver Rückmeldungen aus der Apothekenbranche wurde nur ein Bruchteil der dafür vorgesehenen 537 Millionen Euro tatsächlich genutzt. Viele Apotheken berichten, dass das aktuelle Finanzierungsmodell ihre Kosten nicht deckt – ein Großteil der Mittel bleibt daher ungenutzt.

Am häufigsten angeboten werden Schulungen zur korrekten Inhalationstechnik sowie Medikamentenberatungen: 73 bzw. 68 Prozent der Apotheken führen diese pDL-Leistungen durch. Doch selbst bei gefragten Angeboten wie Risikobewertungen für Bluthochdruck arbeiten über die Hälfte der Apotheken defizitär – nur ein Drittel schafft es, damit Gewinne zu erzielen.

Neben finanziellen Problemen kämpfen Apotheken mit praktischen Hindernissen: Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand und beengte räumliche Verhältnisse erschweren die Umsetzung. Zudem belasten Spannungen zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen die Einführung der Dienstleistungen zusätzlich.

Die Freie Apothekerschaft (FA) betont zwar, dass Apotheken über das nötige Fachwissen verfügen, um pDL-Leistungen qualitativ hochwertig anzubieten. Gleichzeitig kritisiert der Verband jedoch, dass die Vergütung selten die tatsächlichen Kosten deckt. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert eine Überprüfung der pDL-Finanzierung und drängt die Politik, nachhaltige Vergütungssätze festzulegen, die langfristig tragfähig sind.

Eine aktuelle Studie warnt davor, ungenutzte pDL-Mittel einfach in den allgemeinen Apothekenhaushalt umzuschichten. Ein solcher Schritt könnte die strukturelle Basis des Programms untergraben und die Bereitschaft zur Teilnahme künftig mindern.

Die geringe Inanspruchnahme der pDL-Förderung offenbart grundlegende Schwächen in der Programmgestaltung. Ohne Anpassungen bei der Vergütung und der Abbau operativer Hürden könnten Apotheken weiterhin darauf verzichten, diese Leistungen anzubieten. Die Politik steht nun unter Druck, das System so zu reformieren, dass pDL sowohl wirtschaftlich machbar als auch flächendeckend zugänglich wird.

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