Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – trotz Personalmangels in der Bundeswehr
Lukas BauerPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – trotz Personalmangels in der Bundeswehr
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht für die deutsche Armee ausgeschlossen. Er betonte, dass das Prinzip der Freiwilligkeit trotz des aktuellen Personalmangels weiterhin die Rekrutierung bestimmen werde. Die Regierung prüft jedoch gezielte Maßnahmen, falls sich künftig Lücken auftun sollten.
Pistorius bestätigte, dass die Bundeswehr ausgebaut werde und die Verantwortlichen die Entwicklung genau verfolgten. Mit seiner Arbeit als Verteidigungsminister zeige er sich zufrieden, stehe jedoch vor einer hohen Arbeitsbelastung. Innerhalb der Koalition herrscht Einigkeit, dass bei einem Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Schritte nötig sein könnten.
Eine bedarfsgerechte Auswahl von Wehrpflichtigen – also keine flächendeckende Einberufung, sondern eine gezielte Rekrutierung – wird derzeit diskutiert. Der Minister bekräftigte zudem Deutschlands Verpflichtung zu Zusammenarbeit und Freundschaft mit Frankreich, nachdem das Kampfflugzeug-Projekt FCAS gescheitert war. Darüber hinaus äußerte er Vertrauen in die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas, die aktuellen Herausforderungen der Partei zu meistern.
Ein neuer Runden Tisch wurde eingerichtet, um das Know-how der Automobilindustrie für den Verteidigungssektor zu nutzen. Unterdessen sind die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 der Marine inzwischen auf über 18 Milliarden Euro gestiegen.
Das Verteidigungsministerium wird vorerst am freiwilligen System festhalten. Sollten die Personalengpässe anhalten, könnten gezielte Lösungen eingeführt werden. Die Regierung beobachtet das Wachstum der Streitkräfte und die Zusammenarbeit mit der Industrie weiterhin genau.
