Polens Spritpreis-Deckel lockt deutsche Autofahrer an die Grenze
Polen hat Preisobergrenzen für Kraftstoffe eingeführt, um die steigenden Kosten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt einzudämmen. Die Maßnahme hat bereits zu einem Ansturm deutscher Autofahrer geführt, die die Grenze überqueren, um günstigeren Sprit zu tanken. Die Behörden erwarten noch stärkere Grenzübertritte, da die Osterreisen und neue Grenzkontrollen den Andrang zusätzlich verstärken werden.
Die neuen polnischen Regelungen sehen einen Höchstpreis von 6,16 Złoty (1,44 Euro) pro Liter für Normalbenzin, 6,76 Złoty (1,58 Euro) für Superbenzin und 7,60 Złoty (1,77 Euro) für Diesel vor. Die Obergrenzen sollen extreme Preisschwankungen verhindern und die Markttransparenz erhöhen – ein Modell, das bereits in Österreich angewendet wird.
Am Dienstag bildeten sich an den Grenzübergängen lange Schlangen, da polnische Tankstellen mit einer enormen Nachfrage konfrontiert waren. Deutsche Pendler, die zu Hause höhere Preise zahlen müssen, haben begonnen, die Fahrt für den günstigeren Sprit auf sich zu nehmen. Der deutsche Mineralölwirtschaftsverband warnt, dass dies in den kommenden Wochen zu einem deutlichen Anstieg des sogenannten "Sprit-Tourismus" führen könnte.
Unterdessen hat auch Deutschland seine eigenen Regeln für die Spritpreise verschärft. Ab Mittwoch dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich, und zwar mittags, anheben. Die Änderung soll plötzliche Preissprünge reduzieren und den Autofahrern kalkulierbarere Kosten bieten.
Der Grenzverkehr wird voraussichtlich weiter zunehmen, bedingt durch die Osterferien und die kürzlich eingeführten Kontrollen. Polnische Beamte bereiten sich auf noch mehr Staus vor, da Autofahrer die Preisdifferenz ausnutzen.
Die Preisdeckel in Polen haben bereits deutsche Autofahrer angelockt, die sparen wollen. Da nun auf beiden Seiten der Grenze strengere Preisregelungen gelten, beobachten die Behörden die Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Verkehr genau. Die Maßnahmen sind Teil der Bemühungen der Regierungen, die wirtschaftliche Belastung durch steigende Ölpreise und regionale Spannungen abzumildern.






