Prozess um tödlichen Angriff auf Bahnmitarbeiter in Rheinland-Pfalz begonnen
Lukas BauerProzess um tödlichen Angriff auf Bahnmitarbeiter in Rheinland-Pfalz begonnen
Vor dem Landgericht Zweibrücken hat der Prozess gegen einen 26-jährigen Griechen begonnen, dem vorgeworfen wird, einen Zugbegleiter getötet zu haben. Das Opfer, ein 36-jähriger Mitarbeiter der Deutschen Bahn, starb nach einem Angriff in der Nähe von Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Der Fall steht im Kontext einer zunehmenden Gewalt gegen Bahnmitarbeiter in ganz Deutschland.
Der Vorfall ereignete sich, als der Zugbegleiter den Angeklagten wegen Fahrpreishinterziehung zur Rede stellte. Auf Sicherheitsaufnahmen ist zu sehen, wie der Täter das Opfer wiederholt auf Kopf und Körper schlägt. Zwei Tage später erlag der Bahnmitarbeiter einer Hirnblutung.
Dem Angeklagten wird nun gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Vor Gericht zeigte er Reue und bat die Familie des Opfers um Vergebung. Der Prozess soll acht Verhandlungstage umfassen; mit einem Urteil wird bis zum 9. Juli gerechnet.
Die Angehörigen des Getöteten nehmen an der Verhandlung teil, um ihrem Verwandten die letzte Ehre zu erweisen und Gerechtigkeit zu suchen. Der Vater des Verstorbenen schilderte in seiner Aussage seine Trauer und erklärte, der Verlust habe ihn gebrochen zurückgelassen und seine Enkelkinder ohne Vater. Der Fall fällt in eine Zeit, in der die Deutsche Bahn für das Jahr 2025 insgesamt 2.690 Angriffe auf Mitarbeiter verzeichnete – ein Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In den kommenden Tagen wird das Gericht die Beweislage prüfen. Eine Entscheidung wird für Anfang Juli erwartet. Der Prozess wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Sorgen über Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr in Deutschland.
