Sachsens Faschingsfans starten optimistisch in den Straßenkarneval - Radeburgs Karnevalsumzug feiert bunte Rückkehr mit Rekordstimmung
Sachsens größter Karnevalsumzug kehrt mit einer Explosion aus Farbe und Energie zurück
Am 15. Februar wird Radeburg das Spektakel unter dem Motto "RaBu Irrenhaus – wild und wunderbar durchgeknallt" ausrichten. Nach Jahren des Rückgangs feiern Veranstalter und Teilnehmer nun mit frischem Elan.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, Kinder und Schüler unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Bei gutem Wetter werden bis zu 25.000 Besucher erwartet – das wäre der lebendigste Umzug der Region seit langem.
Die Karnevalsszene in Sachsen hatte harte Jahre hinter sich. Die Besucherzahlen sanken von etwa 150.000 im Jahr 2021 auf unter 50.000 bis 2025. Pandemie-Beschränkungen und nachlassendes lokales Interesse spielten eine große Rolle. In Nordrhein-Westfalen dagegen erlebte der Karneval einen rasanten Aufschwung: Die Zahlen stiegen von 2 Millionen im Jahr 2021 auf über 10 Millionen 2025 – dank starker Traditionen und lockerer Regelungen.
Doch in diesem Jahr hat sich die Stimmung gewandelt. Jörg Weiser, Präsident des Verbandes Sächsischer Karnevereine, verweist auf spürbare Erleichterung bei den 186 Vereinen und ihren 22.000 aktiven Mitgliedern. Erstmals hat Sachsen sogar ein Karnevalspaar auf Landesebene gekürt: Désirée I. und Simon I. vom Pegauer Karnevalverein.
Der Radeburger Umzug selbst wird auf politische Themen verzichten. Stattdessen verspricht er reines Spektakel: knallige Kostüme, mitreißende Musik und eine Atmosphäre kontrollierten Chaos. Die Organisatoren haben sich Mühe gegeben, das Event frisch und für alle Altersgruppen ansprechend zu gestalten.
Der Umzug markiert einen Wendepunkt für die sächsische Karnevalskultur. Mit günstigeren Eintrittspreisen, einem familienfreundlichen Ansatz und Fokus auf Spaß soll das Publikum zurückgewonnen werden. Gelingt dies, könnte es den Auftakt zu einer breiteren Renaissance der Karnevalstradition in der Region bedeuten.
