RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer gewinnt den Machtkampf?
Jonas KrausRAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer gewinnt den Machtkampf?
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden Kulturstandorts, steht auf dem Spiel. Die Kurth-Gruppe, Eigentümerin des Areals, wirft der Stadt vor, frühere Vereinbarungen gebrochen zu haben, und drängt auf schnellere Baugenehmigungen für Wohnprojekte. Bereits jetzt formiert sich Widerstand – unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ gingen Demonstranten auf die Straße.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge genutzt, wurde es nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt.
Nun ist ein Streit zwischen der Kurth-Gruppe, dem Senat und dem Bezirk entbrannt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und wie viele historische Hallen erhalten bleiben müssen. Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor – doch die Kurth-Gruppe lehnte ab.
Die Folgen sind bereits spürbar: Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, erhielten Räumungsklagen. Der Club könnte bereits nächste Woche zwangsgeräumt werden, andere Einrichtungen droht ein ähnliches Schicksal. Dutzende demonstrierten bereits auf dem Kurfürstendamm und warnten, dass die kulturelle Bedeutung des Geländes in Gefahr sei.
Die Kurth-Gruppe besteht weiterhin auf beschleunigte Baugenehmigungen für Wohnungsbau. Räumungsbescheide wurden erlassen, die Proteste nehmen zu. Der Konflikt bleibt ungelöst – die Zukunft des RAW-Geländes ist ungewiss.
