Rechtsextreme Gruppe zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein – ein historischer Vorfall
Jonas KrausArbeitskreis erstmals in einen VW-Betriebsrat gewählt - Rechtsextreme Gruppe zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein – ein historischer Vorfall
Zum ersten Mal hat eine Gruppe mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Der Verein Zentrum Automobil e.V. sicherte sich bei der Wahl in Braunschweig mit 6,49 Prozent der Stimmen zwei Mandate. Beide Kandidaten der Gruppe wurden gewählt – ein Novum für die Vertretung der Belegschaft am Standort.
Zentrum Automobil, 2009 am Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet, war zuvor bereits in mehreren deutschen Automobilkonzernen vertreten. Auf dem Höhepunkt ihrer Einflussnahme hielt die Organisation rund 20 Sitze bei Herstellern wie Mercedes, BMW und Porsche. Aktuell sind es noch etwa sechs, vor allem bei Mercedes, nachdem sie in den vergangenen Jahren fünf Mandate verloren hat.
Erstmals trat Zentrum bei Volkswagen mit einer eigenen Liste an. Trotz der 6,49 Prozent hätte die Gruppe selbst mit weiteren Kandidaten keine zusätzlichen Sitze erringen können.
Die IG Metall blieb mit 78,5 Prozent der Stimmen und 28 der 35 Sitze klar dominierend. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) folgte mit 15 Prozent und fünf Mandaten. Daniela Nowak, Spitzenkandidatin der IG Metall in Braunschweig, bewertete das Ergebnis trotz wachsender gesellschaftlicher Spaltungen als positiv.
Die Wahlergebnisse verschaffen Zentrum Automobil einen ersten Fuß in der Tür des Volkswagen-Betriebsrats. Die IG Metall behält eine deutliche Mehrheit, während die CGM ihre bisherige Präsenz hält. Der neu gewählte Betriebsrat wird die Belegschaft in der kommenden Amtszeit vertreten.