Rekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Jonas KrausRekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Deutschland verzeichnete 2025 die höchste Zahl an Einbürgerungen seit Beginn der Aufzeichnungen: Mindestens 309.852 Menschen erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft. Der deutliche Anstieg folgt auf jüngste Reformen, die das Verfahren vereinfachten und die Möglichkeiten für doppelte Staatsbürgerschaften erweiterten. Mehrere Bundesländer, darunter Berlin und Nordrhein-Westfalen, meldeten einen starken Anstieg der Einbürgerungen.
Das neue Staatsangehörigkeitsgesetz, das 2024 in Kraft trat, verkürzte die erforderliche Mindestaufenthaltsdauer für die meisten Antragsteller von sechs auf fünf Jahre. Zudem dürfen viele ihre ursprüngliche Staatsbürgerschaft behalten, während sie die deutsche annehmen. Diese Änderungen haben langjährige Einwohner – insbesondere solche, die während der Migrationswellen 2015 und 2016 nach Deutschland kamen – ermutigt, einen Antrag zu stellen.
Berlin verzeichnete den stärksten Zuwachs: 39.034 Personen wurden 2025 eingebürgert – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Nordrhein-Westfalen folgte mit 3.841 Russen, die die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten, ein Anstieg um 67,4 Prozent gegenüber 2024. Auch Brandenburg registrierte einen Zuwachs von 25 Prozent, wobei 4.695 Menschen einen deutschen Pass erhielten.
Der Politikwissenschaftler Dmitry Stratievsky führte den Trend unter russischen Staatsbürgern auf den Wunsch nach politischer Distanzierung von ihrem Heimatland zurück. Gleichzeitig stellten türkische Staatsangehörige ebenfalls einen beträchtlichen Anteil der Neubürger. Trotz dieser Verschiebungen blieb Syrien in vielen Regionen das häufigste Herkunftsland der Eingebürgerten.
Die Zahlen für 2025 markieren den höchsten Jahreswert seit Beginn der bundesweiten Aufzeichnungen im Jahr 2000.
Die Reformen haben zu einer Rekordzahl an Einbürgerungen geführt. Mit dem erleichterten Zugang zur doppelten Staatsbürgerschaft und den kürzeren Aufenthaltsvoraussetzungen wird sich dieser Trend voraussichtlich fortsetzen. Behörden rechnen in den kommenden Jahren mit weiteren Steigerungen, da immer mehr langjährige Einwohner die Voraussetzungen erfüllen werden.






