Sachsens Handwerk schrumpft: 2 % weniger Betriebe – und kaum Nachfolger in Sicht
Jonas KrausWeniger Meisterhandwerker in Sachsen - Sachsens Handwerk schrumpft: 2 % weniger Betriebe – und kaum Nachfolger in Sicht
Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe in Sachsen sinkt um fast 2 %
Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe in Sachsen um knapp 2 % zurückgegangen. Ende 2025 waren noch rund 36.800 übrig. Hinter dem Rückgang verbirgt sich ein wachsendes Problem: Immer weniger Menschen übernehmen diese Betriebe, wenn die Inhaber in Rente gehen.
Viele Handwerksberufe in Sachsen finden kaum Nachfolger. In den nächsten zehn Jahren werden etwa 19.000 Betriebe neue Führungskräfte benötigen – damit stehen fast 78.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Besonders betroffen sind Meisterbetriebe, während kleine und mittlere Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten haben, geeignete Übernehmer zu finden.
Die wirtschaftliche Abkühlung verschärft die Lage zusätzlich. Immer weniger Menschen streben eine Selbstständigkeit im zulassungspflichtigen Handwerk an, was zu Schließungen in Branchen wie Fliesenlegen, Sanitärinstallation, Malerei und Bau führt. Gleichzeitig boomen zulassungsfreie Gewerbe – etwa Kosmetik oder Fotografie. Immer mehr Menschen machen aus Hobbys einen Beruf und gründen Unternehmen, für die keine formale Handwerkszulassung erforderlich ist. Dieser Trend steht im scharfen Kontrast zum Rückgang der traditionellen Handwerksberufe, wo Renteneintritt und mangelndes Interesse die Belegschaften schrumpfen lassen.
Der Rückgang der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe bedeutet weniger Chancen in qualifizierten Berufen in ganz Sachsen. Da 19.000 Betriebe vor Nachfolgeproblemen stehen, könnte die Region in den kommenden Jahren tausende Arbeitsplätze verlieren. Zulassungsfreie Gewerbe hingegen wachsen weiter, da viele Menschen nach alternativen Karrierewegen suchen.
