Schneider will Windenergie auch in windschwachen Regionen Deutschlands ausbauen
Emma WernerSchneider will Windenergie auch in windschwachen Regionen Deutschlands ausbauen
Umweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgelegt, die Windenergie auf Deutschlands windschwächste Regionen auszuweiten. Damit soll die Entwicklung im Land ausgeglichener gestaltet und die Abhängigkeit von den windreichen Nordgebieten verringert werden. Bereits jetzt fördern die aktuellen Richtlinien Windräder in windarmen Zonen mit hohen Subventionen – doch Schneider will noch einen Schritt weitergehen.
Vor allem Süddeutschland, insbesondere Bayern, hat bisher kaum mit dem windstarken Norden mithalten können. Die durchschnittlichen Windverhältnisse in der Region erreichen nur 55 Prozent auf der sogenannten "Gütefaktor"-Skala, dennoch stehen 76 Prozent der dortigen Anlagen in windschwachen Gebieten. Dank erheblicher Subventionen lassen sich die natürlichen Nachteile dieser Standorte jedoch teilweise ausgleichen.
Schneiders Strategie stützt sich auf zwei zentrale Instrumente: das "Referenzertragsmodell" und einen "Korrekturfaktor" im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Beide Mechanismen erhöhen die finanzielle Förderung für Windräder in weniger windreichen Gebieten. Der Minister besteht darauf, dieses Modell beizubehalten – obwohl die Koalition eigentlich eine Überprüfung der Kosteneffizienz geplant hatte.
Ziel ist es, bis 2030 rund 2.000 neue Windkraftanlagen mit einer zusätzlichen Leistung von 12 Gigawatt zu errichten. Ohne diesen Ausbau droht Deutschland eine Konzentration der Windparks im Norden, was teure Stromnetz-Ausbauprojekte erzwingen würde. Die bereits jetzt höchsten Strompreise Europas belasten zudem energieintensive Industrien, die auf günstigen Strom angewiesen sind.
Branchenverbände warnen, dass Kosten von über sechs Cent pro Kilowattstunde die Wettbewerbsfähigkeit gefährden könnten. Schneiders Plan zielt darauf ab, Investitionen gleichmäßiger zu verteilen und eine einseitige Abhängigkeit von einer Region zu vermeiden.
Ob die Förderung von Windrädern in windschwachen Gebieten diese Projekte wirtschaftlich tragfähig machen kann, wird sich nun zeigen. Gelingt der Vorstoß, könnte dies die Belastung der Stromnetze in Norddeutschland verringern und langfristig die Energiekosten senken. Das Ergebnis wird die deutsche Windenergie-Strategie für das nächste Jahrzehnt prägen.






