Schülerwettbewerb ehrt vergessene Schicksale der Russlanddeutschen in Kasachstan
Niklas NeumannSchülerwettbewerb ehrt vergessene Schicksale der Russlanddeutschen in Kasachstan
Binationaler Schülerwettbewerb würdigt gemeinsame Geschichte Deutschlands und Kasachstans
Ein binationaler Schülerwettbewerb hat die gemeinsame Vergangenheit Deutschlands und Kasachstans in den Fokus gerückt. Die Veranstaltung regte junge Menschen dazu an, sich mit dem kulturellen Erbe der Russlanddeutschen auseinanderzusetzen. Die 16-jährige Schülerin Fiora Marte gewann den Hauptpreis für ihren Podcast über die Erfahrungen dieser Gruppe in Kasachstan.
Organisiert wurde der Wettbewerb vom Innenministerium, dem Bildungsministerium sowie der öffentlichen Stiftung „Verband der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“. Unterstützung erhielt die Initiative zudem vom „Haus der Heimat Baden-Württemberg“. Ziel war es, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu stärken.
Fiora Martes preisgekrönter Beitrag war ein Podcast mit persönlichen Schicksalsberichten. Eine der Stimmen stammte von Irina Albul, einer Wolgadeutschen, die ihre traumatische Ankunft in Kasachstan schilderte. Das Projekt beleuchtete zudem, wie Russlanddeutsche trotz Verfolgung ihre Identität durch geheime Traditionen bewahrten.
Martes eigenes Bild von Kasachstan prägte ihr Geschichtslehrer Andreas Fuchs, ein ehemaliger Landsmann aus Almaty, der ihr wertvolle Einblicke vermittelte. Die prämierten Arbeiten werden nun im Foyer des Stuttgarter Innenministeriums ausgestellt.
Der Wettbewerb sollte das Interesse an einer von Entbehrungen geprägten Geschichte wecken. Russlanddeutsche erlitten sowohl in der Sowjetunion als auch in Deutschland Verfolgung – ein tragisches Paradox. Die gezeigten Projekte sollen an ihren Überlebenswillen und ihr kulturelles Erbe erinnern.
