06 May 2026, 14:36

"Scientology-Speedrun": Wie ein TikTok-Trend deutsche Sekten-Zentren aufmischt

Aufsteigen im Sektenhaus

"Scientology-Speedrun": Wie ein TikTok-Trend deutsche Sekten-Zentren aufmischt

TikTok-Trend „Scientology-Speedrun“ sorgt für Chaos in deutschen Zentren der Sekte

Ein auf TikTok verbreiteter Trend mit dem Namen Scientology-Speedrun hat zu Störungen in den deutschen Einrichtungen der umstrittenen Organisation geführt. Junge Teilnehmer stürmten eine Scientology-Kirche in Berlin und behandelten das Gebäude wie einen Level in einem Videospiel. Die Aktion hat sich mittlerweile auf andere Städte ausgeweitet – und zieht sowohl Aufmerksamkeit als auch juristische Drohungen nach sich.

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Auslöser des Trends war eine Berliner Bloggerin mit dem Account @larahertha, die einen solchen „Speedrun“ in der Scientology-Kirche in Charlottenburg organisierte. Die Teilnehmer versuchten, so weit wie möglich in das Gebäude vorzudringen, behandelten die Stockwerke wie Spielstufen und die Sicherheitskräfte wie nicht spielbare Charaktere. Die Polizei warnte die Organisatorin später vor möglichen Anzeigen.

Die Herausforderung griff schnell auf Stuttgart, Hamburg und München über. Videos der Aktionen verbreiteten sich online, wobei Nutzer scherzten, auch andere prominente Orte wie den Deutschen Bundestag ins Visier zu nehmen.

Scientology, das in Deutschland nach eigenen Angaben etwa 3.600 Mitglieder zählt, steht seit Langem in der Kritik, Menschen zu manipulieren und finanziell auszubeuten. Als Reaktion auf den Trend hat die Organisation die Sicherheitsvorkehrungen in einigen US-Niederlassungen verschärft. Eindringlingen in Deutschland drohen nun Bußgelder oder sogar Haftstrafen von bis zu einem Jahr.

Kernziel der Gruppe ist die Verbreitung ihrer Lehren und die Erschaffung sogenannter Clears – Menschen, die durch eigens entwickelte Techniken angeblich einen „vollkommenen“ Zustand erreichen sollen.

Der Scientology-Speedrun hat die Organisation erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Deutsche Behörden beobachten die Entwicklung, während die Kirche selbst ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt hat. Wer weiterhin an der Aktion teilnimmt, riskiert rechtliche Konsequenzen.

Quelle