06 March 2026, 02:14

Sechs Jahre nach Hanau: Familie Kurtović kämpft weiter um Gerechtigkeit für Hamza

Eine Gruppe von Menschen steht nebeneinander, jeder hält einen Blumenstrauß in der Hand, auf einem Schwarz-Weiß-Bild mit Bäumen und Gebäuden im Hintergrund, wahrscheinlich bei einer Holocaust-Gedenkfeier.

Erinnerung an die Opfer von Hanau - Wulff ruft Diversität auf - Sechs Jahre nach Hanau: Familie Kurtović kämpft weiter um Gerechtigkeit für Hamza

Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau versammelten sich Angehörige und Freunde von Hamza Kurtović, um seiner zu gedenken. Die Familie kämpft weiterhin um Gerechtigkeit und kritisiert die Behörden wegen ungelöster Fragen in den Ermittlungen. Unterdessen beteiligten sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an den Gedenkveranstaltungen, während die Forderungen nach Aufklärung und Verantwortung anhalten.

Zum Jahrestag des Anschlags von 2020 hielt die Familie Kurtović eine private Gedenkfeier für Hamza ab, eines von neun Opfern des rassistischen Attentats. Sein Vater, Armin Kurtović, besuchte gemeinsam mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff das Grab. Wulff positionierte sich anschließend öffentlich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung und warf der Gesellschaft vor, den Rassismus in ihren Reihen zu ignorieren.

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Die Familie hat wiederholt die Aufarbeitung des Falls infrage gestellt. Im November 2023 reichten Armin und Dijana Kurtović eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein, in der sie geltend machten, dass zentrale Versäumnisse – wie etwa ein verschlossener Notausgang – nie ausreichend aufgeklärt wurden. Bereits 2023 war ihr Antrag auf eine Wiederaufnahme der Ermittlungen über ein Klageerzwingungsverfahren abgelehnt worden.

Bei der offiziellen Gedenkveranstaltung gedachten Vertreter Hessens, der Stadt Hanau und der Bundesregierung in einer Schweigeminute der Opfer. Armin Kurtović nahm nicht teil und hielt damit Abstand zu den staatlich organisierten Erinnerungsformen. Die Veranstaltung fand statt vor dem Hintergrund einer gestiegenen öffentlichen Wahrnehmung von Rassismus und rechtsextremen Tendenzen seit dem Anschlag – doch Forderungen nach strukturellen Reformen und vollständiger Transparenz bleiben unerfüllt.

Die Gedenkfeiern markierten sechs Jahre seit den Morden von Hanau, doch zentrale Fragen zu Sicherheitsversagen und institutionellem Rassismus sind weiterhin offen. Der juristische Kampf der Familie Kurtović geht weiter, während die breiteren Rufe nach Veränderung nicht verstummen. Sowohl offizielle Vertreter als auch Aktivist:innen betonen, dass es über das bloße Gedenken hinaus konkreten Handlungsbedarf gibt.

Quelle