Söders Karnevals-Stichelei gegen Bär löst scharfe Gegenattacke der Grünen aus
Niklas NeumannRicarda Lang macht Witz über Söder: "Nürnberger Würstchen" - Söders Karnevals-Stichelei gegen Bär löst scharfe Gegenattacke der Grünen aus
Ein harmloser Karnevalsauftritt eskalierte zum politischen Wortgefecht, nachdem Ricarda Lang, ehemalige Co-Vorsitzende der Grünen, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in einer Rede auf die Schippe nahm. Die spitzen Bemerkungen waren eine Reaktion auf Söders zuvor umstrittene Äußerung über Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) bei einer Parteiveranstaltung. Der Schlagabtausch entbrannte im Rahmen der Verleihung des "Ordens gegen tödlichen Ernst" in Aachen – einer langjährigen Tradition, bei der Politiker sich mit humorvollen Sticheleien duellieren.
Auslöser des Streits war ein Seitenhieb Söders auf einer CSU-Konferenz, den er in Richtung Bär richtete: "Keine Frage, wir erwarten nicht viel von dir, aber wir hätten gern viel Geld nach Bayern fließen, liebe Doro – ha ha, das wär' schön." Viele werteten die Bemerkung als herablassend oder verletzend, doch Bär wiegelte später ab und betonte, Söder habe sich entschuldigt – sie wisse, dass er es nicht böse gemeint habe.
Beim Karnevalsevent konterte Lang mit beißendem Spott. Sie nannte Söder einen "Nürnberger Rostbratwurst mit Troll-Lizenz" und einen "fränkischen Fleisch-Sommelier" mit "Napoleon-Komplex". Die Pointen spielten sowohl auf Söders regionale Herkunft als auch auf seinen als arrogant empfundenen Führungsstil an – und spiegelten damit den Ton seiner früheren Bemerkung über Bär.
Bär, die in diesem Jahr selbst als "Ritterin des Ordens" ausgezeichnet wurde, rief dazu auf, die Auseinandersetzung zu beenden. Es sei an der Zeit, den Streit hinter sich zu lassen und den spielerischen Geist der Veranstaltung zu wahren.
Der Wortwechsel zeigte, wie selbst scherzhafte Bemerkungen bei politischen Anlässen zu öffentlichen Debatten führen können. Bärs Entscheidung, Söders Entschuldigung anzunehmen und die Angelegenheit herunterzuspielen, ließ die Kontroverse in der öffentlichen Wahrnehmung dennoch ungelöst. Doch der Vorfall blieb dem Karnevalsbrauchtum treu – einer Mischung aus Satire und Politik.
