Solinger Theaterstreit: Abrisspläne für Kulturort entfachen politische Debatte
Niklas NeumannSolinger Theaterstreit: Abrisspläne für Kulturort entfachen politische Debatte
In Solingen ist ein politischer Streit über die Zukunft des städtischen Theaters und Konzerthauses entbrannt. Die Ratsfraktion SG_zukunft hat eine kürzlich von der Stadtverwaltung vorgestellte Szenariostudie scharf kritisiert. Die Gruppe warnt davor, den Standort abzureißen, um dort eine neue Feuerwehr- und Rettungswache zu errichten.
SG_zukunft plädiert dafür, Kulturgebäude wie das Theater und das Konzerthaus zu erhalten. Die Fraktion betont, dass kultureller Wert sich nicht allein an wirtschaftlichen Faktoren messen lasse. Zudem verweist sie auf die ökologischen Folgen: So werde in der Studie der sogenannte „graue CO₂-Ausstoß“ ignoriert, ebenso wie ein unter dem Gebäude liegender Bunker.
Die Unabhängigkeit der Untersuchung stellt die Fraktion infrage. Sie wirft der Stadt vor, die Studie mit einer vorgegebenen Agenda in Auftrag gegeben zu haben, wobei vor allem Daten der Verwaltung und der Feuerwehr herangezogen worden seien. Als Beispiel für finanzielle Risiken nennt SG_zukunft die neue Wache in Ohligs, deren Baukosten um über 20 Millionen Euro explodiert seien.
Auch verkehrstechnische Bedenken werden geäußert: Eine Feuerwehrwache an dieser Stelle könnte erhebliche Beeinträchtigungen mit sich bringen. Die Debatte dürfte in den kommenden Tagen weiter an Fahrt aufnehmen, wenn die städtischen Gremien über die Zukunft des Gebäudes beraten.
Die Fraktion lehnt einen Abriss weiterhin entschieden ab und zweifelt die aktuellen Pläne an. Nun werden Politik und Verwaltung die Studie und die vorgebrachten Argumente prüfen. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Theater und das Konzerthaus erhalten bleiben – oder weichen müssen.
