SPD-Politikerin hört Apothekersorgen vor geplanter Reform an
Ein kürzlicher Besuch der SPD-Abgeordneten Rasha Nasr in einer Dresdner Apotheke hat die wachsenden Bedenken gegenüber der geplanten Apothekenreform in Deutschland in den Fokus gerückt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Finanzierung, der Personalmangel und die erweiterte Rolle von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) – Themen, die Apotheker als potenzielle Gefahr für die Patientensicherheit und die Qualität der Versorgung sehen.
Nasr, die bisher keine Erfahrung in der Gesundheitspolitik hat, traf sich mit dem Apothekeninhaber Michael Gäbe, um sich vor den anstehenden parlamentarischen Debatten ein besseres Bild von den Herausforderungen zu machen.
Während des Besuchs in der Knut-Apotheke betonte Gäbe, dass die aktuellen Pläne zur Ausweitung der Aufgaben von PTA die drängenden Personalengpässe nicht lösen. Vielmehr berge dies die Gefahr, dass Service-Standards und das Wohl der Patienten leiden könnten. Nasr hörte aufmerksam zu und versprach, die Sorgen der Apotheker an die Entscheidungsträger in Berlin weiterzugeben.
Gäbe warnte zudem, dass ohne faire Anpassungen der Apothekenvergütungen die finanzielle Belastung für die Apotheken weiter zunehmen werde. Er beschrieb Apotheken als unverzichtbare erste Anlaufstellen im Gesundheitswesen, die gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten verhindern und Ärzte sowie Krankenhäuser entlasten. Ihre wirtschaftliche Stabilität zu sichern, sei entscheidend für die Zukunft des Sektors, so Gäbe.
Die Apothekenreform ist in den letzten Jahren kaum beachtet worden, während sich die bundespolitischen Debatten stattdessen auf Pflegegesetze wie das BEEP-Gesetz konzentrierten. Dieses, Ende 2025 verabschiedete Gesetz zielt darauf ab, die Qualifikationen in der Pflege zu stärken und Bürokratie abzubauen – ohne jedoch die Perspektive von Apothekenmitarbeitern oder -inhabern einzubeziehen.
Nasrs Besuch fällt in eine Phase, in der Apotheker mehr Anerkennung für ihre Rolle im Gesundheitssystem fordern. Gäbes Warnungen vor Finanzierungslücken und Personalmangel werden nun nach Berlin getragen, wo die Abgeordneten über die nächsten Schritte der Reform entscheiden. Das Ergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie Apotheken künftig arbeiten – und ob sie das aktuelle Versorgungsniveau aufrechterhalten können.
