08 February 2026, 14:47

SPD sucht nach neuem Profil vor den entscheidenden Landtagswahlen 2026

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, das "Trickle-Down Economics Doesn't Work" besagt und einen Zitat von Präsident Biden enthält.

SPD sucht nach neuem Profil vor den entscheidenden Landtagswahlen 2026

Die SPD hat ihr politisches Jahr mit dem Aufruf begonnen, "in die Offensive zu gehen" – nach dem schlechtesten Bundestagswahlergebnis ihrer Geschichte. Die Partei liegt weiterhin nur auf Platz drei in den Umfragen und will vor den entscheidenden Landtagswahlen 2026 ein klareres Profil entwickeln.

Auf einer jüngsten Strategieklausur skizzierten führende Vertreter der unionsparteien Pläne für ein neues Grundsatzprogramm, das in den kommenden Monaten erarbeitet werden soll. Doch in den Reden fehlte es an einer echten Auseinandersetzung mit den Gründen für den anhaltenden Wählerverlust der SPD gegenüber CDU und AfD in den letzten Jahren.

Die Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil setzten in ihren Eröffnungsreden einen kämpferischen Ton. Bas warnte vor dem wachsenden Einfluss von Tech-Milliardären wie Elon Musk und Microsoft, deren Macht sie als Bedrohung für das demokratische Gleichgewicht bezeichnete. Zudem betonte sie, das neue Programm müsse eine "feministische" Ausrichtung erhalten – mit Verweis auf ungenutztes Potenzial bei der Erwerbstätigkeit von Frauen.

Klingbeil ging nur kurz auf die Außenpolitik ein, ohne konkrete Lösungen zu nennen, während Philipp Türmer, Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos, eine konfrontativere Linie vertrat. Er warf der konservativen Union vor, einen "Klassenkampf von oben" zu führen, und forderte die Partei auf, mit stärkeren linkspolitischen Positionen dagegenzuhalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch in den Reden der Führung blieb eine tiefgehende Analyse des Wahlrückgangs aus. Aktuelle Daten zeigen, dass die SPD in Ländern wie Baden-Württemberg auf nur noch 11 Prozent (2021) gefallen ist – weit hinter der CDU mit 24,1 Prozent und knapp vor der geschwächten AfD. Ähnliche Trends zeichnen sich in anderen Regionen ab, auch wenn ein vollständiger Vergleich aller fünf anstehenden Wahlländer noch aussteht.

Nach den Reden zogen sich die Spitzenvertreter zu internen Strategiegesprächen zurück. Eine öffentliche Debatte oder Diskussion blieb aus, sodass Fragen zur künftigen Ausrichtung der unionsparteien unbeantwortet blieben. Der Vorstoß der SPD für ein klareres Profil kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Union mit neuen Sozialleistungsvorschlägen der Partei eine Angriffsfläche bietet.

Nun stehen der SPD Monate interner Arbeit bevor, um ihr Programm vor den Landtagswahlen 2026 zu schärfen. Die Führung signalisiert zwar einen kämpferischeren Kurs, doch die jüngsten Umfragewerte und regionalen Wahlniederlagen deuten auf einen schwierigen Weg hin. Wie die Partei mit internen Konflikten und der Enttäuschung der Wähler umgeht, wird über ihre Chancen auf eine Erholung entscheiden.