Steffi-Puppe: Das ostdeutsche Kultspielzeug mit revolutionärem Design aus den 1960ern
Niklas NeumannModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi-Puppe: Das ostdeutsche Kultspielzeug mit revolutionärem Design aus den 1960ern
1966
Steffi wurde im VEB Puppenwerk Biggi in Waltershausen hergestellt, einer Stadt, die für ihre Puppenproduktion bekannt war. Das Werk, ein volkseigener Betrieb, exportierte die Puppen häufig und verschenkte sie an ausländische Würdenträger. Diese Exporte brachten der DDR wertvolle Devisen ein.
Das Design der Puppe unterschied sich in mehreren Punkten von Barbie. Steffi hatte einen kräftigeren Körperbau und Proportionen, die von manchen als realistischer empfunden wurden. Ihr Make-up und ihre Frisur spiegelten die Modetrends der 1960er-Jahre wider und verliehen ihr ein strengeres Aussehen als Barbies weicherer Stil. Bemerkenswert ist, dass Steffi bereits Jahre vor Mattels "Black Barbie" (1980) in verschiedenen Hauttönen produziert wurde.
Später, von 1979 bis etwa 1983, stellte Playmobil (damals noch unter dem Namen gePlan) die Steffi-Dollies her – kleinere Versionen des Originals. Diese gab es mit über 50 Berufsoutfits, darunter Krankenschwester, Ärztin, Polizistin und sogar historische Berufe. Heute erzielen antike Steffi-Puppen je nach Zustand und Originalzubehör Preise zwischen 20 und 200 Euro.
Steffi bleibt ein sammelwürdiges Stück ostdeutsche Geschichte. Ihr Design und ihre Produktion verdeutlichen die Unterschiede zwischen der Puppenkultur des Ostens und des Westens während des Kalten Krieges. Sammler schätzen sie noch heute – sowohl wegen ihres einzigartigen Stils als auch wegen ihres Platzes in der Spielzeuggeschichte.