Streit um KNDS-Beteiligung: Bundesregierung ringt mit Rüstungskonzern um Einfluss und Geheimschutz
Emma WernerStreit um KNDS-Beteiligung: Bundesregierung ringt mit Rüstungskonzern um Einfluss und Geheimschutz
Die deutsche Bundesregierung plant den Erwerb eines 40-Prozent-Anteils an KNDS, dem deutsch-französischen Rüstungskonzern. Die Gespräche mit der Unternehmensführung stocken jedoch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über staatlichen Einfluss und die Integration mit dem französischen Partner.
KNDS entstand aus einem Joint Venture zwischen dem französischen Rüstungskonzern Nexter und dem deutschen Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Abgeordnete äußern Bedenken wegen der komplexen Unternehmensstruktur und der Gefahr von Abflüssen sensibler Technologie. Besonders anfällig seien Systeme wie der Leopard-Kampfpanzer und das gepanzerte Fahrzeug Boxer.
Einige Koalitionsabgeordnete von SPD und CDU/CSU fordern weitreichende Vetorechte sowie Mitbestimmung bei Personalentscheidungen in der Führungsetage. Zudem schlagen sie eine „Nur für deutsche Augen“-Regelung vor, die den Zugang zu von KMW entwickelten Waffensystemen auf deutsche Mitarbeiter beschränken soll. Die KNDS-Führung lehnt diese Forderung als inakzeptabel ab.
Das Unternehmen strebt einen Börsengang bis Mitte Juli an, daher müssen die Details der staatlichen Beteiligung zeitnah geklärt werden. Die Unternehmensführung präsentiert die Fusion als Schritt hin zu einer voll integrierten Konzernstruktur. Doch zwischen Berlin und KNDS gibt es weiterhin Streit darüber, wie viel Kontrolle der Staat ausüben soll und wie eng sich das Unternehmen an seinen französischen Partner anlehnen muss.
Derzeit sind die Verhandlungen festgefahren. Der geplante 40-Prozent-Anteil der Bundesregierung hängt von der Lösung dieser Konflikte ab. Ohne Einigung könnte sich auch der Zeitplan für den Börsengang von KNDS verzögern.
