CDU-Abgeordneter hofft auf Lösung für Thüringen-Kolleg - Thüringens einziges Abendgymnasium schließt für neue Studierende
Thüringens einziges Abendgymnasium schließt für Neuanmeldungen
Das Thüringenkolleg, die einzige Einrichtung für Erwachsene in Thüringen, die zum Abitur führt, wird ab dem nächsten Schuljahr keine neuen Studierenden mehr aufnehmen. Die Landesregierung begründet die Schließung mit hohen Kosten und geringen Abschlusszahlen. Bestehende Studierende können ihre Ausbildung jedoch wie geplant abschließen.
Das Thüringenkolleg in Weimar bot Erwachsenen die Möglichkeit, innerhalb von drei Jahren nachträglich die Hochschulreife zu erwerben. Doch bei jährlichen Ausgaben von rund einer Million Euro und nur 25 Absolventen im vergangenen Jahr hat das Bildungsministerium beschlossen, keine neuen Bewerbungen mehr anzunehmen.
Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Ulrike Grosse-Röthig, kritisiert diesen Schritt scharf. Sie fordert Bildungsminister Christian Tischner (CDU) auf, die Entscheidung zu überdenken, und kündigt an, das Thema im Bildungsausschuss zur weiteren Diskussion einzubringen.
Auch der CDU-Abgeordnete Lennart Geibert lehnt die Schließung ab. Er betont, dass das Kolleg Erwachsenen wichtige Bildungschancen biete, und hofft, das Ministerium werde eine Lösung finden, um die Einrichtung zu erhalten. Während Thüringen sein einziges Kolleg schließt, bleiben in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen noch 19 vergleichbare Einrichtungen für Erwachsene bestehen. Thüringen selbst wird weiterhin Alternativen anbieten, etwa Volkshochschulen oder Fernlehrgänge zum Abitur.
Die Schließung tritt zum Schuljahr 2026/2027 vollständig in Kraft. Bis dahin können die aktuellen Studierenden ihr Studium wie geplant beenden. Die Entscheidung bedeutet, dass Thüringen künftig keine eigene Kolleg-Schule mehr für das Erwachsenenabitur vorhält – die Optionen verlagern sich damit auf andere Anbieter.
