Tigerparks in Thailand: Sanftmütige Raubkatzen mit dunklem Geheimnis
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch den Tiger Park in Pattaya, wo Reihen ungewöhnlich sanftmütiger Tiger für Touristenfotos posieren. Doch hinter den Kulissen werfen Tierschützer den Betreibern vor, die Tiere rein gewinnorientiert auszubeuten – ohne echten Beitrag zum Artenschutz.
Untersuchungen zeigen, dass die Tiger in solchen Parks oft durch brutale Dressur schon im Jungtieralter gebrochen werden. Trainer sollen Metallstangen einsetzen, um ungehorsame Jungtiere zu schlagen und gefügig zu machen. Die unnatürliche Ruhe der Tiere ermöglicht es Fremden, sie ohne Reaktion zu berühren – ein alarmierendes Zeichen für ihr Wohlbefinden.
Zudem stehen die Parks im Verdacht, den illegalen Wildtierhandel anzufachen. Zwar hat sich der Bestand wildlebender Tiger in Thailand stabilisiert – Schätzungen zufolge streifen etwa 200 Tiere durch geschützte Gebiete –, doch viele in Gefangenschaft gehaltene Tiger verschwinden spurlos. Zwar gibt es strenge Gesetze zum Schutz der Art, doch lasche Kontrollen und Korruption schaffen Schlupflöcher für Ausbeutung.
Gleichzeitig ändert sich die öffentliche Haltung. Immer mehr europäische Touristen meiden Attraktionen wie Tiger-Selfies oder Elefantenritte, da das Bewusstsein für Tierquälerei wächst. Dennoch züchten die Parks weiterhin Jungtiere, um den Nachschub an neuen Attraktionen zu sichern.
Die Zahl der wildlebenden Tiger in Thailands Nationalparks hat sich dank Anti-Wilderer-Patrouillen und Habitatschutz erholt. Doch für die Tiger in Gefangenschaft bleibt die Zukunft ungewiss. Ohne strengere Aufsicht, warnen Kritiker, werden Ausbeutung und illegaler Handel im Schatten der Tourismusbranche weiterbestehen.






