Tim Mälzer startet als "Artist in Residence" in St. Gallen – mit veganen Michelin-Fragen
Niklas NeumannTim Mälzer startet als "Artist in Residence" in St. Gallen – mit veganen Michelin-Fragen
Sternkoch Tim Mälzer hat seine Tätigkeit als "Artist in Residence" am Square-Lernzentrum der Universität St. Gallen aufgenommen. Anfangs skeptisch gegenüber der Idee, bezeichnet er sie nun als brillant und fühlt sich von der akademischen Gemeinschaft willkommen geheißen. Sein erster Workshop widmet sich der Frage, ob vegane Apéritif-Gerichte Michelin-Stern-Niveau erreichen können.
Mälzers erster Tag an der Universität hinterließ bei ihm ein Gefühl von Wohlbefinden und Begeisterung. Er betonte, dass Studierende ihr Studium mit Demut angehen sollten – schließlich sei es ein Privileg, an einer solchen Institution lernen zu dürfen. Sein Eröffnungswerkshop mit dem Titel "Können vegane Apéritif-Kreationen Michelin-Stern-Qualität erreichen?" spiegelt sein Interesse wider, kulinarische Grenzen auszuloten.
Während seiner Residenz wird Mälzer zudem an einer öffentlichen Debatte über Unternehmertum mit Professor Oliver Gassmann teilnehmen. Zwar gibt er zu, etwas nervös zu sein, doch freut er sich auf den Austausch. Leidenschaftliche Meinungsverschiedenheiten könnten seiner Ansicht nach zu tieferem Verständnis führen – eine Fähigkeit, die er besonders schätzt. Die heutige Debattenkultur empfindet er oft als oberflächlich; dies möchte er in St. Gallen hinterfragen.
Die Vereinbarkeit dieser akademischen Rolle mit seiner gastronomischen Karriere wird keine einfache Aufgabe. Mälzers Arbeit erfordert ständige Präsenz und Multitasking – vom Küchenbetrieb bis zur kreativen Entwicklung. Dennoch begrüßt er die Chance, sein gewohntes Umfeld zu verlassen und mit Studierenden sowie Lehrenden in Dialog zu treten.
Die Residenz wird Mälzers Fähigkeit auf die Probe stellen, kulinarisches Know-how mit intellektuellem Diskurs zu verbinden. Seine Debatte mit Gassmann und der Workshop zu veganen Apéritifs sind erst der Anfang eines Programms, das zum Nachdenken und zur Kreativität anregen soll. Der Koch wirkt jedenfalls gespannt, wohin die Gespräche führen werden.






