26 March 2026, 06:19

Trierer Forscher entwickeln CO₂-freien Geopolymerzement aus Industrieabfällen

Großer Haufen aus Plastikmüll auf einer Zementwand mit einem Gebäude und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Trierer Forscher entwickeln CO₂-freien Geopolymerzement aus Industrieabfällen

Forschungsprojekt der Universität Trier erforscht nachhaltige Alternativen zu herkömmlichem Zement

Ein von der Universität Trier geleitetes Forschungsprojekt entwickelt neue Wege, um den CO₂-Ausstoß in der Baubranche zu verringern. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Geopolymerzement, einem umweltfreundlichen Ersatz für herkömmlichen Portlandzement. Dieses innovative Material könnte nicht nur die ökologischen Belastungen der Industrie reduzieren, sondern auch industrielle Abfallstoffe sinnvoll wiederverwerten.

Die Herstellung von konventionellem Portlandzement verursacht etwa acht Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Um gegenzusteuern, testen die Forscher tonhaltige Schlämme aus Kies- und Sandabbau sowie Siliziumstaub aus der Quarzitverarbeitung. Diese Abfallprodukte könnten herkömmliche Bindemittel in der Zementproduktion ersetzen.

Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung von Geopolymer-Rezepturen, bei denen gebrannte Tone mit alkalischen Lösungen oder Wasserglas aktiviert werden. Im Gegensatz zu Portlandzement entsteht bei diesem Verfahren kein CO₂, und die Brenntemperaturen sind deutlich niedriger. Das resultierende Material überzeugt durch hohe Säure- und Hitzebeständigkeit, Flexibilität sowie eine glatte, glänzende Oberfläche.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mögliche Anwendungsgebiete für Geopolymerzement reichen von Rohren, Wannen und hitzebeständigen Ziegeln bis hin zu Schutzbeschichtungen. Auch in Schornsteinen, Öfen oder als Metallersatz in bestimmten Fällen könnte das Material eingesetzt werden. Das Team arbeitet bereits mit mehreren klein- und mittelständischen Unternehmen zusammen und lädt weitere interessierte Betriebe ein, sich an der Initiative zu beteiligen.

Durch die Wiederverwertung von Bergbauabfällen und Industrie-Nebenprodukten strebt das Projekt eine Kreislaufwirtschaft im Bausektor an. Zwar werden keine konkreten Partnerunternehmen aus der Region Trier genannt, doch bleibt die Initiative offen für Kooperationen.

Die Forschung der Universität Trier könnte eine kohlenstoffarme Alternative zu herkömmlichem Zement bieten. Bei Erfolg könnte Geopolymerzement nicht nur Emissionen senken, sondern auch langlebige und vielseitige Baumaterialien liefern. Das Projekt sucht weiterhin nach Industriepartnern, um seine Reichweite und Wirkung zu verstärken.

Quelle