Warum eine schwarz-grüne Koalition in Deutschland immer wieder scheitert
Jonas KrausWarum eine schwarz-grüne Koalition in Deutschland immer wieder scheitert
Eine Koalition zwischen den deutschen Grünen und der CDU wird zwar seit Langem diskutiert, doch nie umgesetzt. Chancen dafür gab es 2013, 2017 und 2021 – doch weder eine schwarz-grüne noch eine grün-schwarze Regierungstand. Die Idee stößt nach wie vor auf Widerstand in beiden Parteien.
Die Wurzeln einer solchen schwarz-grünen Zusammenarbeit reichen bis in die Mitte der 1990er-Jahre zurück, als Bonn noch Hauptstadt war. Informelle Treffen junger Politiker wie Cem Özdemir, Peter Altmaier und Armin Laschet wurden damals als „Pizza-Connection“ bekannt. Diese Runden deuteten bereits auf mögliche Annäherungen zwischen den Lagern hin.
Trotz dieser Vorgeschichte bleibt die Skepsis groß. Sowohl in der Union als auch bei Teilen der Grünen gibt es Vorbehalte gegen ein solches Bündnis. Begriffe wie „links“ oder „rechts“ werden dabei oft eher als taktische Kampfbegriffe denn als präzise Beschreibungen genutzt. Auch der Begriff „grün“ wurde in der Vergangenheit politisch instrumentalisiert – etwa in Angriffen gegen Angela Merkel.
Inhaltlich gäbe es durchaus Schnittmengen, etwa in der Außen-, Europa- oder Sicherheitspolitik. Doch eine funktionierende Koalition bräuchte vertrauenswürdige Führungspersönlichkeiten auf beiden Seiten. Vor allem müssten Kompromisse gefunden werden, um die anhaltenden politischen Grabenkämpfe zu überwinden.
Ohne eine schwarz-grüne Koalition bleibt Deutschland vorerst bei der bestehenden politischen Konstellation. Das Scheitern eines solchen Bündnisses spiegelt die fortbestehenden Gräben wider. Beide Parteien müssten tiefe Widerstände überwinden und gegenseitige Zugeständnisse machen, um voranzukommen.
