Warum wir heute in einer Flut von Meinungen ertrinken – und wie wir uns retten
Emma WernerWarum wir heute in einer Flut von Meinungen ertrinken – und wie wir uns retten
Meinungen beherrschen heute die Gespräche – überall. Talkshows, Podcasts und Online-Foren produzieren sie im Dauerbetrieb, sodass es fast schon ungewöhnlich wirkt, wenn jemand zu einem Thema schweigt.
Der Autor hörte kürzlich vehemente Standpunkte zum Nahostkonflikt, zu Windrädern und sogar zu veganen Torwarthandschuhen. Seine These: Die Welt wird nie an Meinungen verarmen – und schlägt halb im Scherz vor, jeden Menschen auf drei pro Tag zu beschränken.
In einem verspielt gedachten Experiment fällen selbst Naturphänomene Urteile über den Menschen. Das Mittelmeer sortiert Urlauber nach ihrem Verhalten, ein Kaktus, Mücken und Sonnenblumen bringen ihre ganz eigene Perspektive zum Ausdruck – durch ihr Dasein und Wirken.
Manche glauben, die Menschen suchten die Natur als Rückzugsort, weil sie scheinbar frei von Bewertungen ist. Doch der Autor zweifelt an dieser Fluchtmöglichkeit. In vielen Kreisen gilt es längst als ungewöhnlich, mit seiner Meinung hinter dem Berg zu halten. Skeptisch steht er Trends wie achtsamem Atmen gegenüber, bietet aber eine humorvolle Lösung für den Meinungslärm an: ein tägliches Kontingent, um den endlosen Strom an Standpunkten einzudämmen.
