06 February 2026, 10:34

Wiesbadens Karneval ehrt seine stillen Helden mit dem Narrischen Stadtorden

Eine Person in einem leuchtend gelben Kleid lächelt freudig in der Mitte eines Karnevalplakats, umgeben von der Schrift "Karneval" in fetter schwarzer Schrift.

Wiesbadens Karneval ehrt seine stillen Helden mit dem Narrischen Stadtorden

Wiesbadens Karnevalsgemeinschaft ehrt ihre stillen Helden

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Bei einer besonderen Feier versammelte sich Wiesbadens Karnevalsgemeinschaft, um ihre unbesungenen Heldinnen und Helden zu würdigen. Rund 160 Begeisterte füllten einen Festsaal, um all jene zu feiern, die die Narren-Traditionen der Stadt am Leben erhalten. Die Veranstaltung richtete den Scheinwerfer auf Freiwillige, deren Engagement oft im Verborgenen bleibt, für die Feste aber unverzichtbar ist.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende eröffnete den Abend und betonte, wie der Karneval Gemeinschaftsgefühl stärkt und lokale Bräuche bewahrt. Die Feier vereinte den spielerischen Geist der fünften Jahreszeit mit dem ernsthaften Einsatz, der dahintersteht.

Den Auftakt bildete eine Ehrenformation auf der Bühne, die für den Zusammenhalt und die Vielfalt der Wiesbadener Karnevalsvereine stand. Achtundvierzig Personen erhielten den Narrischen Stadtorden, verliehen vom Dacho für ihr herausragendes ehrenamtliches Wirken. Jede Ausgezeichnete und jeder Ausgezeichnete wurde einzeln nach vorn gerufen, wobei persönliche Würdigungen ihre individuellen Verdienste hervorhoben.

Unter den Geehrten waren Natascha Niebling, Dominic Hummel und Stefanie Boyd, die für ihre Führungsstärke und Zuverlässigkeit in ihren Vereinen gelobt wurden. Auch Sabrina Neeb und Samantha Neeb wurden ausgezeichnet – ein Beweis dafür, wie Karnevalstraditionen oft in Familien weitergegeben werden. Doch auch die unsichtbaren Kräfte rückten in den Mittelpunkt: Christian Schulte, Manuel Fey, Steffen Gurdulic und Frauke Kappesser wurden für ihre technische und logistische Unterstützung gefeiert.

Das Kinderprinzenpaar, Viktoria I. und Noah I., hielt eine pointiert gereimte Rede und bewies, dass selbst die jüngsten Teilnehmer ihre Rollen mit Ernsthaftigkeit ausfüllen. Die Veranstaltung würdigte zudem das oft unsichtbare Engagement von Familien und Partnern, die die Feiern lange vor und nach dem öffentlichen Trubel unterstützen.

Ein weiteres Thema des Abends war der scharfe gesellschaftskritische Blick des Karnevals. Die Tradition, Autoritäten auf die Schippe zu nehmen und aktuelle Ereignisse zu spiegeln, bleibt ein zentraler Bestandteil der Festlichkeiten. Zwar sind die genauen Zahlen der aktiven Vereine in Wiesbaden nicht bekannt, doch die IGMK – der größte regionale Karnevalsverband – vertritt rund 560 Gruppen im Mittelrheingebiet, darunter auch aus der Landeshauptstadt.

Die Feier endete mit dem Appell, dass Karneval ganzjährige Hingabe erfordert. Die Trägerinnen und Träger des Narrischen Stadtordens reiht sich nun in die lange Liste der Ehrenamtlichen ein, die dafür sorgen, dass die Tradition lebendig bleibt. Ohne ihren Einsatz würden Wiesbadens Umzüge, die satirische Schärfe und der Gemeinschaftsgeist viel von ihrer Farbigkeit und Energie einbüßen.