Yasmin Benner fordert radikale Wende in der deutschen Industriepolitik
Lukas BauerYasmin Benner fordert radikale Wende in der deutschen Industriepolitik
Yasmin Benner, eine zentrale Stimme in der deutschen Industriepolitik-Debatte, fordert einen gezielteren Ansatz bei der wirtschaftlichen Förderung. Die aktuellen Maßnahmen würden ihrer Ansicht nach die Herausforderungen durch den globalen Wettbewerb und steigende Lebenshaltungskosten nicht ausreichend berücksichtigen.
Benner betonte, dass Deutschland inzwischen mit harter Konkurrenz aus China und den USA in der Industriepolitik konfrontiert sei. Das Land bewege sich nicht mehr auf einem „gleichen Spielfeld“ und müsse seine Strategie anpassen. Zu ihren Lösungsvorschlägen zählen gezielte Investitionen in grünen Stahl, Elektromobilität sowie eine Senkung der Industrie-Strompreise.
Sie kritisierte pauschale Kürzungen und undifferenzierte Subventionen und plädierte stattdessen für klare Prioritäten bei der Industrie-Förderung. Angesichts der stagnierenden Wirtschaft in Deutschland unterstrich Benner zudem die Notwendigkeit eines Dialogs mit Gewerkschaften und Arbeitgebern. Besonders besorgniserregend sei die Situation von Beschäftigten, die unter der Inflation litten, so die Expertin.
Bei Arbeitsmarktreformen lehnte Benner Änderungen der Arbeitszeitregelungen ab. Stattdessen setzte sie sich für bessere Ausbildungsprogramme und verbesserte Chancen für Frauen im Berufsleben ein. Zudem grenzt sie die Rollen von Regierung und Parlament klar ab: Gesetze müssten von gewählten Volksvertretern und nicht von Beamten beschlossen werden.
Trotz ihrer Kritik zeigte sich Benner bereit, mit der Bundesregierung zusammenzuarbeiten. Ihr Fokus liege darauf, die industrielle Basis Deutschlands durch kluge Investitionen zu stärken. Benners Vorschläge zielen auf gezielte Industriehilfen und Arbeitnehmerschutz ab. Deutschland solle global wettbewerbsfähig bleiben, ohne die inneren wirtschaftlichen Probleme zu vernachlässigen. Die Diskussion über Subventionen, Arbeitsmarktreformen und Energiekosten wird voraussichtlich anhalten, während Politiker ihre Anregungen prüfen.






