08 April 2026, 02:14

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler Erinnerung und Debatten prägen

Ein Holocaust-Denkmal mit Text und Zahlen an seiner Wand, umgeben von Bäumen und einem Zaun in einem jüdischen Friedhof in Berlin, Deutschland, mit trockenen Blättern auf dem Boden.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler Erinnerung und Debatten prägen

Zwei Statuen, zu unterschiedlichen Zeiten an sehr verschiedenen Orten errichtet, tragen die Last umkämpfter Geschichtsbilder. In Brandenburg erinnert eine glänzende Stahlfigur an Jutta Baumwol, ein Opfer der NS-Verfolgung. Gleichzeitig steht in Washington D.C., unweit des Weißen Hauses, eine Statue von Christoph Kolumbus – ein Denkmal, das mit Debatten über Kolonialismus und rassistische Gerechtigkeit verbunden ist.

Die Stahlskulptur in Brandenburg wurde an einer ruhigen Landstraße aufgestellt. Sie gedenkt der Menschen, die in den frühen 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Jutta Baumwol, die von Neuendorf nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, steht symbolisch für ihr Schicksal. Die Statue ist heute ein Ort der Besinnung, der Besucher an ihrem Geburtstag im Mai sowie am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai) anzieht.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wurde die Kolumbus-Statue 2018 auf Initiative von Jutta Baumwols Bruder errichtet. Sie steht auf der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building und entstand in einer Zeit verstärkter Proteste. Die Black-Lives-Matter-Bewegung hatte damals die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit der USA neu entfacht, und das Denkmal wurde als bewusste Reaktion auf diese Forderungen nach einer Aufarbeitung errichtet. Italienisch-amerikanische Organisationen unterstützen seither seine Präsenz in der Nähe des Weißen Hauses.

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Während die Brandenburg-Statue als stilles Mahnmal für die Opfer von Unterdrückung steht, bleibt das Kolumbus-Denkmal ein Kristallisationspunkt in den anhaltenden Debatten über Geschichte, Erinnerung und Macht. Beide Statuen markieren heute Orte des Gedenkens – wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Die Figur in Brandenburg sorgt dafür, dass Jutta Baumwol und die anderen Zwangsarbeiter nicht in Vergessenheit geraten. In Washington hingegen löst die Kolumbus-Statue weiterhin Diskussionen darüber aus, wie Nationen sich mit den unangenehmen Kapiteln ihrer Vergangenheit auseinandersetzen – oder sie verdrängen.

Quelle