100 Tage Evelyn Palla: Warum die Bahn-Reformen noch keine Wirkung zeigen
Jonas KrausDer Durchsetzer: DB-Chef Palla im Amt seit 100 Tagen - 100 Tage Evelyn Palla: Warum die Bahn-Reformen noch keine Wirkung zeigen
Evelyn Palla hat ihre ersten 100 Tage als Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn abgeschlossen. Mit dem Auftrag, den angeschlagenen Bahnkonzern zu reformieren, hat sie tiefgreifende Veränderungen in Struktur und Führungsebene eingeleitet. Doch trotz politischer Rückendeckung und hoher Investitionen spüren Fahrgäste bisher kaum Verbesserungen.
Palla übernahm das Ruder mit starker Unterstützung aus Berlin und einem Budget von 23 Milliarden Euro, das bis 2026 für Netzsanierungen vorgesehen ist. Zu ihren Reformen gehören der Abbau von Führungspositionen in der oberen Etage sowie die Übertragung größerer Verantwortung auf regionale Manager. Diese sind nun direkt für Servicequalität und Leistungsziele verantwortlich.
Ihre Vorgehensweise stößt auf geteilte Reaktionen. Branchenvertreter loben ihre pragmatische Führung, während Konkurrenten im Güterverkehr ihre Pläne als weitgehend symbolisch abtun. Der Bundesverkehrsminister zeigte sich hingegen zufrieden mit den ersten Fortschritten. Vor ihrer Zeit an der Spitze der Deutschen Bahn bekleidete Palla Führungspositionen bei E.ON sowie im DB-Konzern, unter anderem in den Bereichen Finanzen und Regionalmanagement. Dennoch konnte sie die langjährigen Probleme des Unternehmens bisher nicht lösen. Die Pünktlichkeit verschlechterte sich Ende 2025 weiter, und Experten warnen, dass tiefgreifendere Veränderungen Jahre dauern werden. Die Modernisierung wichtiger Strecken ist zwar im Gange, doch mit spürbaren Verbesserungen der Zuverlässigkeit ist erst Mitte der 2030er-Jahre zu rechnen.
Pallas Reformen markieren den Beginn eines langfristigen Umbaus der Deutschen Bahn. Mit Milliardeninvestitionen und politischer Unterstützung zielen ihre Pläne auf eine Modernisierung des Netzes und eine Steigerung der Leistung ab. Für Fahrgäste ändert sich vorerst jedoch wenig – sie müssen weiterhin mit Verspätungen leben, während das Unternehmen seine strukturellen Altlasten bewältigt.
