18 March 2026, 18:17

Agravis Raiffeisen wagt heimlichen Süddeutschland-Vorstoß ohne eigene Marke

Eine handgezeichnete Landkarte von Surgensburg, Deutschland, die eine Farm in einem Feld zeigt, umgeben von Häusern, Bäumen und Himmel, mit der Beschriftung "Surgensburg, Deutschland - Landschaft einer Farm".

Agravis Raiffeisen wagt heimlichen Süddeutschland-Vorstoß ohne eigene Marke

Agravis Raiffeisen AG dringt erstmals in Süddeutschland vor

Die Agravis Raiffeisen AG, Deutschlands zweitgrößter Agrarhandelskonzern, expandiert erstmals in den Süden des Landes. Der Fokus liegt dabei auf Bayern und Baden-Württemberg, wobei das Unternehmen in der Region nicht unter eigenem Namen auftreten wird. Stattdessen plant Agravis, als Partner für bereits etablierte lokale Genossenschaften zu agieren und deren Strukturen zu nutzen.

Bisher dominierte Agravis den Agrarhandel vor allem in Nordwest- und Ostdeutschland, mit einem Kernmarkt, der sich von den Niederlanden bis nach Polen erstreckt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Unternehmen als einer der führenden Akteure der Branche behauptet – neben Schwergewichten wie der Agrarsparte von BASF oder Bayer CropScience.

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Im letzten Geschäftsjahr verzeichnete Agravis einen nahezu stabilen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr von 65 Millionen auf 70,1 Millionen Euro. Diese solide finanzielle Entwicklung steht im Kontrast zu den Schwierigkeiten des größten Konkurrenten, der BayWa AG. Der Marktführer musste im ersten Dreivierteljahr 2025 einen Umsatzrückgang auf 9,6 Milliarden Euro hinnehmen, belastet durch Restrukturierungskosten und eine hohe Schuldenlast.

Mit dem Vorstoß in Süddeutschland ändert Agravis seine Strategie: Statt als eigenständige Marke aufzutreten, setzt das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit regionalen Genossenschaften, um deren lokale Netzwerke und Fachwissen zu nutzen. Die Expansion nach Bayern und Baden-Württemberg erweitert damit die Präsenz des Konzerns über seine traditionellen Stammgebiete hinaus. Durch die Partnerschaften umgeht Agravis direkte Konkurrenz und festigt gleichzeitig seine Position in einem neuen Markt. Währenddessen unterstreicht die stabile wirtschaftliche Performance des Unternehmens die Probleme des größeren Rivalen BayWa.

Quelle