Berlin ehrt Margot Friedländer und diskutiert Maikrawalle in einer Sitzung
Niklas NeumannBerlin ehrt Margot Friedländer und diskutiert Maikrawalle in einer Sitzung
Das Berliner Abgeordnetenhaus ehrt am Mittwoch die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit einer feierlichen Veranstaltung. Zudem wird der Platz vor dem Gebäude zu ihren Ehren umbenannt. Gleichzeitig befassen sich die Abgeordneten mit den Maikundgebungen vom 1. Mai, bei denen Dutzende vorläufig festgenommen wurden und Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden.
Der Tag beginnt um 9:00 Uhr mit einer Würdigung im Plenarsaal. Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wird eine Rede auf Friedländer halten, die seit 2021 Ehrenbürgerin Berlins ist. Im Anschluss an die Feierstunde wird die neue Namensplatte für den Margot-Friedländer-Platz enthüllt.
Später, um 11:00 Uhr – eine Stunde später als üblich –, tritt das Abgeordnetenhaus zu seiner Plenarsitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht eine Debatte über die Maidemonstrationen. Zwar verliefen die meisten Veranstaltungen friedlich, doch leitete die Polizei rund 120 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Straftaten ein. Dazu zählten Verstöße gegen die öffentliche Ordnung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und sexuelle Belästigung. Während der Ausschreitungen wurden mehrere Dutzend Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Die Umbenennungszeremonie und die Parlamentssitzung markieren zwei gegensätzliche Momente für die Stadt: Während die eine Friedländers Lebenswerk ehrt, setzt sich die andere mit den Herausforderungen der öffentlichen Sicherheit am Tag der Arbeit auseinander. Beide Veranstaltungen finden im Gebäude des Abgeordnetenhauses statt.






