19 April 2026, 06:16

Betriebssicherheit reformiert: Weniger Pflichten für KMU – doch auf Kosten der Arbeitssicherheit?

Polizeibeamte in schwarzen Uniformen und Masken stehen vor einer Menge während einer Demonstration, mit einer Brücke und einem Gebäude im Hintergrund.

Betriebssicherheit reformiert: Weniger Pflichten für KMU – doch auf Kosten der Arbeitssicherheit?

Der Deutsche Bundestag hat eine Reform verabschiedet, die die Mitarbeitergrenzen für die Bestellung von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit anhebt. Die Änderung soll kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entlasten, indem sie Kosten senkt und bürokratischen Aufwand verringert. Kritiker warnen jedoch, dass die Neuregelung den Schutz der Beschäftigten schwächen könnte.

Bisher mussten Betriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern einen eigenen Sicherheitsbeauftragten benennen. Diese Pflicht entfällt nun für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten. Größere Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern können ihre Zahl der Sicherheitsverantwortlichen auf eine Person reduzieren – sofern sie nicht in Branchen mit erhöhtem Risiko tätig sind.

Die Bundesregierung schätzt, dass die Reform KMU jährlich rund 135 Millionen Euro einsparen wird. Befürworter argumentieren, sie entlaste kleinere Betriebe finanziell und steigere ihre Effizienz. Gegner aus den Reihen der Grünen und der Linken äußern jedoch Bedenken: Weniger Sicherheitsbeauftragte könnten zu mehr Arbeitsunfällen führen, so ihre Sorge.

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Fachleute fordern eine genaue Beobachtung der Reformfolgen. Sie betonen, dass der Arbeitsschutz nicht zugunsten von Kosteneinsparungen geschwächt werden dürfe. Die Debatte spiegelt den anhaltenden Spannungsbogen zwischen wirtschaftlicher Effizienz und sicheren Arbeitsbedingungen wider.

Die neuen Schwellenwerte treten sofort in Kraft und ermöglichen tausenden Unternehmen, ihre Sicherheitsfachkräfte zu reduzieren. Während die Reform finanzielle Entlastung verspricht, bleiben die langfristigen Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit ungewiss. Die Behörden müssen Unfallzahlen und Einhaltung der Vorschriften überwachen, um zu prüfen, ob Nachbesserungen nötig sind.

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