Bundesweite Razzia enthüllt systematische Ausbeutung bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes
Lukas BauerBundesweite Razzia enthüllt systematische Ausbeutung bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes
Bundesweite Razzia in Deutschlands Paketdienst-Branche deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße auf
Bei einer bundesweiten Kontrollwelle im Paketzustellsektor sind massenhafte Verstöße gegen Arbeitsrechte ans Licht gekommen. Zollbeamte führten über 2.900 Kontrollen durch und entdeckten dabei illegale Beschäftigungspraktiken sowie Lohnvergehen. Die Ermittlungen zeigen: Bei Subunternehmern, die für große Konzerne arbeiten, herrscht systematische Ausbeutung vor.
Im Fokus der Untersuchungen standen Zulieferer der Unternehmen Amazon, Hermes, GLS und DPD – Firmen, die in hohem Maße auf externe Fahrer angewiesen sind. Viele Beschäftigte kannten ihren eigenen Beschäftigungsstatus nicht, andere verfügten nicht über die notwendigen Arbeitsgenehmigungen. In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis angetroffen.
Fahrer mussten häufig unbezahlte Überstunden leisten, etwa beim Beladen der Fahrzeuge, sodass ihr Lohn unter den Mindestlohn von 13,90 Euro sank. Einige wurden gezwungen, Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern anzumieten, was ihre finanzielle Not noch verschärfte. Anders als die Konkurrenz setzt DHL deutlich weniger auf Subunternehmer und ist dadurch weniger anfällig für solche Missstände.
Die Zollbehörden dokumentieren ähnliche Verstöße bereits seit Jahren. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte die Entschlossenheit der Regierung, illegale Beschäftigung und Ausbeutung in der Branche zu bekämpfen.
Die Kontrollen bestätigen langjährige Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in der Paketzustellung. Subunternehmer-Fahrer leiden häufig unter unbezahltem Mehrarbeit, überhöhten Kosten und Rechtsverstößen. Die Behörden kündigten weitere Maßnahmen an, um die Einhaltung der Vorschriften durchzusetzen und die Beschäftigten zu schützen.






