Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung
Niklas NeumannDeutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um eine 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsinitiative zu starten. Das Programm richtet sich an unterversorgte afrikanische Märkte und soll Lücken in der Handelsfinanzierung auf dem gesamten Kontinent schließen. Dies ist die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen.
Das neue Vorhaben wird afrikanischen Unternehmen kurzfristige Handelsfinanzierungen anbieten. Lokale Partner der Deutschen Bank werden die Mittel verteilen, während die BII finanzielle Absicherung bereitstellt, um das Risiko zu verringern. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines jährlichen Handelsfinanzierungsdefizits von 100 Milliarden US-Dollar, das die Afrikanische Entwicklungsbank meldet. Besonders betroffen sind kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda.
Unterdessen ziehen sich europäische Banken zunehmend aus Afrika zurück. Die Standard Chartered Bank hat sich kürzlich aus dem ugandischen Einzelhandels- und Privatkundenbankgeschäft zurückgezogen und ihr Geschäft im Oktober an Absa verkauft. Dieser Rückzug hat Chancen für regionale Kreditgeber eröffnet, insbesondere in Ostafrika, wo auch Länder wie Tansania und Sambia betroffen sind.
Bei der Deutschen Bank gibt es derweil Veränderungen in der Führungsetage. Gerald Podobnik hat die Position des Co-Leiters der globalen Firmenkundensparte übernommen und löst damit Ole Matthiessen ab. Er wird die Verantwortung für den Bereich nun gemeinsam mit Michael Diederich tragen. Die Aktie der Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm soll afrikanischen Unternehmen helfen, die Schwierigkeiten beim Zugang zu Handelsfinanzierungen haben. Durch die Risikoteilung mit der BII will die Deutsche Bank die Kreditvergabe in Märkten fördern, in denen Finanzmittel knapp sind. Die Initiative folgt einem größeren Trend, bei dem europäische Banken ihre Präsenz in der Region verringern und so Raum für neue Akteure schaffen.






