10 May 2026, 22:19

DGB attackiert Reformpläne: "Arbeitnehmer zahlen die Zeche für politische Grabenkämpfe"

Gruppe von Menschen auf einem Gebäudedach mit einem Banner, mit einem Baum links und Glasfenstern im Hintergrund, wahrscheinlich protestierend für die deutsche Regierung.

DGB attackiert Reformpläne: "Arbeitnehmer zahlen die Zeche für politische Grabenkämpfe"

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die jüngsten Reformvorschläge von CDU/CSU und SPD scharf kritisiert. In einem Entwurfsbeschluss warnt die Organisation, dass geplante Änderungen im Arbeits- und Rentenrecht die Bedingungen für Beschäftigte weiter verschlechtern könnten. Zudem wirft der DGB der Bundesregierung tiefe interne Zerwürfnisse vor und bemängelt, dass soziale Ungleichheiten nicht angemessen angegangen werden.

Die DGB-Führung bezieht klar Stellung gegen mehrere zentrale Vorhaben. Dazu zählen Versuche, die gesetzliche Rente zu kürzen, den Acht-Stunden-Tag abzubauen und Feiertage abzuschaffen. Auch eine Schwächung des Kündigungsschutzes sowie der Rechte von Teilzeitbeschäftigten lehnt der Verband entschieden ab.

In dem Beschluss wird zudem auf ein wachsendes Ungleichgewicht bei der Gesundheitsreform hingewiesen. Während Versicherte steigende Kosten tragen müssten, entzögen sich Unternehmen ihrer Verantwortung. Der DGB argumentiert, dass Beschäftigte bereits jetzt einen überproportionalen Teil der finanziellen Last schultern – ohne Aussicht auf Entlastung.

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Umstrittene Maßnahmen wie die einmalige Prämie von 1.000 Euro oder der Tankrabatt hätten kaum breite Zustimmung gefunden. Die Gewerkschaft warnt, dass die Einführung einer teilweisen Krankschreibung Arbeitnehmer dazu drängen könnte, trotz Krankheit zur Arbeit zu erscheinen – ein Phänomen, das als „Präsentismus“ bekannt ist. Dies würde den Druck auf eine ohnehin schon stark belastete Belegschaft weiter erhöhen.

Über die inhaltlichen Kritikpunkte hinaus wirft der DGB der Regierung vor, durch interne Machtkämpfe handlungsunfähig zu sein. Der Beschluss stellt fest, dass politische Grabenkämpfe Fortschritte in der Arbeits- und Sozialpolitik blockieren.

Der DGB-Beschluss unterstreicht eine sich vertiefende Kluft zwischen Beschäftigten und Politik. Angesichts geplanter Rentenkürzungen, geschwächter Arbeitnehmerrechte und ungerechter Gesundheitsreformen sieht die Gewerkschaft die Arbeitnehmer als Hauptleidtragende. Die Organisation fordert eine gerechtere Verteilung der Lasten und ein Ende von Maßnahmen, die soziale Ungleichheiten verschärfen.

Quelle