Felbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte, mehr Gerechtigkeit?
Lukas BauerFelbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte, mehr Gerechtigkeit?
Der Ökonom Gabriel Felbermayr hat weitreichende Reformvorschläge für das deutsche Rentensystem vorgelegt. Dazu gehören die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sowie die Anpassung der jährlichen Rentensteigerungen an die Inflation statt an die Lohnentwicklung. Zudem plädiert er für eine Verringerung der Zahl der Beamten im öffentlichen Dienst.
Felbermayr schlägt vor, das Renteneintrittsalter direkt an die Lebenserwartung zu knüpfen. Für jedes zusätzlich gewonnene Lebensjahr solle ein Teil dieser Zeit länger gearbeitet werden. Dieses Modell werde bereits in vielen OECD-Ländern angewendet.
Außerdem regt er an, die Rentenanpassungen künftig nicht mehr an der Lohn-, sondern an der Preisentwicklung auszurichten. Ziel sei es, Kosten zu sparen und gleichzeitig die Kaufkraft der Rentner zu sichern. Felbermayr ist überzeugt, dass diese Reform die Bereitschaft für weitere Änderungen im Rentensystem erhöhen würde.
Bei den Beamten sieht er keinen Grund, warum die meisten öffentlichen Ämter einen Sonderstatus benötigen. Nur Berufe wie Polizisten und Richter rechtfertigten seiner Meinung nach diese Ausnahmeregelung. Die Forderung, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, bezeichnet er als „Ablenkungsmanöver“.
Kritisch äußert sich Felbermayr auch zur hohen Zahl verbeamterter Stellen in Deutschland, die ein Ungleichheitsgefühl in der Bevölkerung schüre. Als Vorbild schlägt er Österreich vor, wo solche Positionen bereits abgebaut wurden.
Die Vorschläge zielen darauf ab, die Rentenkassen zu stabilisieren und die Ausgaben im öffentlichen Sektor zu senken. Gleichzeitig sollen sie Bedenken hinsichtlich der Chancengleichheit im Arbeitsmarkt ausräumen. Felbermayrs Ideen könnten die Art und Weise, wie Deutschland Renten und Beamtenstellen regelt, grundlegend verändern.






