10 May 2026, 12:15

Grüne werben mit Pink und Playboy um junge Männer – doch die Kritik wächst

Ein antikes Buch mit dem Titel 'Unsere Künstler - Vergangenheit und Gegenwart' mit illustrierten Porträts von verschiedenen Männern mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken und Hairstyles.

Grüne werben mit Pink und Playboy um junge Männer – doch die Kritik wächst

Die Grünen starten einen neuen Vorstoß, um junge Männer zu erreichen – angesichts wachsender Sorgen über deren politische Neuorientierung. Aktuelle Wahldaten zeigen eine deutliche Spaltung: Während Männer unter 24 zunehmend die rechtspopulistische AfD unterstützen, bevorzugen ihre Altersgenossinnen eher linksliberale Parteien. Der Parteivorsitzende Felix Banaszak geht dabei ungewöhnliche Wege – etwa mit einem Interview in Playboy oder durch die Gestaltung seines Büros, um Debatten über Männlichkeit und Feminismus anzustoßen.

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Im Februar sprach Banaszak im Playboy mit jungen Männern über Feminismus. Er argumentierte, dass starre Geschlechterrollen Männer genauso einschränken wie Frauen, und rief sie dazu auf, Feminismus als etwas zu begreifen, das allen zugutekommt. Seine Strategie geriet jedoch in die Kritik, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen den Schauspieler Christian Ulmen bekannt wurden. Banaszak räumte ein, dass sein Ansatz noch überarbeitet werden müsse.

Die Bemühungen der Grünen beschränken sich nicht auf Medienauftritte. Rasmus Andresen, ein weiterer prominenter Grüner, nutzt soziale Medien, um linke Themen mit Sport zu verknüpfen und so gemeinsame Anknüpfungspunkte zu finden. Doch nicht alle Reaktionen sind positiv. Ein Kolumnist der Welt spottete kürzlich über die Parteiführung als übermäßig selbstgerecht – selbst die pinkfarbenen Wände in Banzaszaks Büro wurden zum Ziel von Kritik.

Die Dringlichkeit dieser Initiative wurde nach der Bundestagswahl 2021 deutlicher. Die Daten zeigten, dass junge Männer unter 24 mehrheitlich für die AfD stimmten, während Frauen derselben Altersgruppe sich für linksliberale Parteien entschieden. Der Kontrast hat die politische Debatte befeuert, besonders nach einer Aussage des AfD-Politikers Maximilian Krah, der in einem Wahlkampfvideo jungem Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, schlicht riet, sie sollten „einfach rechts sein“.

Auch Banzaszaks persönlicher Stil – etwa seine Vorliebe für die Farbe Pink – sorgt für Aufmerksamkeit. Vor 20 Jahren trug Torwart Tim Wiese noch ohne größere Kritik pinkfarbene Handschuhe auf dem Platz, ein Beispiel, das Banaszak nutzt, um veraltete Männlichkeitsbilder infrage zu stellen. Die Partei hofft, dass solche Bezüge helfen, das Denken junger männlicher Wähler zu verändern.

Die Grünen probieren verschiedene Ansätze aus, von Medienauftritten bis zu Social-Media-Kampagnen. Ihr Fokus liegt auf gemeinsamen Interessen wie Sport und sozialer Gerechtigkeit, während sie gleichzeitig größere Fragen zu Geschlechterrollen aufwerfen. Ob dieser Weg die politische Kluft zwischen jungen Männern und Frauen verringern wird, bleibt abzuwarten. Die nächsten Schritte der Partei werden davon abhängen, wie diese Initiativen in den kommenden Monaten aufgenommen werden.

Quelle