Hamburgs Kinder- und Jugendrechte in Gefahr: Ombudsstelle vor dem Aus
Niklas NeumannHamburgs Kinder- und Jugendrechte in Gefahr: Ombudsstelle vor dem Aus
Die Hamburger Bildungsbehörde erwägt, die Ombudsstelle für Jugendliche mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen. Dieser Schritt würde eine Neuausschreibung erfordern und hat Bedenken hinsichtlich der Zukunft der bestehenden Angebote geweckt. Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH), der die OHA! Anwaltschaft für Kinder- und Jugendrechte betreibt, steht nun aufgrund finanzieller Instabilität vor einer möglichen Schließung.
Die OHA! Anwaltschaft für Kinder- und Jugendrechte wurde 2017 eingerichtet und bearbeitet seit 2021 jährlich rund 300 Beratungsfälle. Trotz dieser Auslastung kämpft der VKJH mit der Finanzierung und verfügt derzeit nicht über die jährlich benötigten 120.000 Euro für eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle. Der Verband beschäftigt 90 fest angestellte Mitarbeiter:innen und 150 freiberufliche Kräfte, konnte jedoch nie eine stabile Finanzierung für seine zentrale Geschäftsstelle sichern.
Der VKJH koordiniert ein breites Spektrum an Angeboten, darunter Abenteuerspielplätze, Jugendclubs, Familienberatungsstellen und ein Gesundheitsprojekt für Migrant:innen. Er ist das einzige spezialisierte Netzwerk für offene Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg. Falls bis Ende Juni keine Finanzierungslösung gefunden wird, muss der VKJH über die Übertragung seiner 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter beraten.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat bereits interveniert und Bedenken gegen die Neuausschreibung des Ombudsvertrags geäußert. Die geplante Zusammenlegung und Neuvergabe könnte die Arbeit des VKJH weiter destabilisieren.
Ohne zusätzliche Mittel bleibt der VKJH von der Schließung bedroht. Die Pläne der Stadt, die Ombudsstelle zusammenzulegen und neu auszuschreiben, könnten die bestehende Unterstützung für Kinder und Jugendliche gefährden. Eine Entscheidung über die Zukunft der VKJH-Angebote wird bis Ende Juni erwartet.






