Herrenknecht warnt: Deutschlands Bürokratie bremst die Wirtschaft aus
Niklas NeumannHerrenknecht warnt: Deutschlands Bürokratie bremst die Wirtschaft aus
Martin Herrenknecht, Chef der Herrenknecht AG, warnt: Deutschland steuert „direkt auf die Wand zu“
Der Industrielle, dessen Unternehmen weltweit führend im Bau von Tunnelbohrmaschinen ist, kritisiert, das Land befinde sich in einem „Dornröschen-Schlaf“ aus Bürokratie und Ineffizienz. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der große Infrastrukturprojekte hierzulande jahrelange Verzögerungen erleben – während sie im Ausland deutlich schneller genehmigt werden.
Als Beispiel nannte Herrenknecht ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg, das seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase feststeckt. Ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, erhielt dagegen bereits nach nur drei Monaten grünes Licht. Seine Frustration geht jedoch über bloße Verzögerungen hinaus: Unter den heutigen deutschen Regularien, so gestand er, „könnte ich mein eigenes Unternehmen nicht mehr gründen“.
Der 81-Jährige übt zudem Kritik an Forderungen junger Hochschulabsolventen, darunter Sabbaticals, Homeoffice-Regelungen und flexible Elternzeit. Sein in Schwanau ansässiges Unternehmen beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter und war an prestigeträchtigen europäischen Großprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt.
Trotz des globalen Erfolgs sieht sich die Herrenknecht AG in Deutschland weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert. Die Warnungen des Vorstandsvorsitzenden reiht sich in wiederholte Reformappelle ein: Übermäßige Bürokratie ersticke Innovation und wirtschaftliches Wachstum, so Herrenknecht.
Seine Aussagen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit deutscher Unternehmen mit zähen Genehmigungsverfahren wider. Während Projekte im Inland auf der Stelle treten, werden sie in anderen Ländern zügig umgesetzt. Ohne Kurskorrektur, warnt der Unternehmer, drohe Deutschland im globalen Wettbewerb weiter zurückzufallen.






