Historischer Machtwechsel: Jens Zangenfeind wird erster FWG-Landrat in Miesbach
Lukas BauerHistorischer Machtwechsel: Jens Zangenfeind wird erster FWG-Landrat in Miesbach
Jens Zangenfeind von der Freien Wählergemeinschaft des Landkreises Miesbach (FWG) ist neuer Landrat des oberbayerischen Landkreises Miesbach. Sein Erdrutschsieg markiert das erste Mal, dass das Amt nicht von einem CSU-Vertreter besetzt wird – und beendet damit Jahrzehnte konservativer Führung.
Bei der Stichwahl setzte sich Zangenfeind mit 78 Prozent der Stimmen klar durch und besiegte den CSU-Kandidaten Franz Schnitzenbaumer, der lediglich 22 Prozent erreichte. Bereits im ersten Wahlgang hatte Zangenfeind mit 45,3 Prozent die Nase vorn gelegen, während Schnitzenbaumer bei 25,6 Prozent zurückblieb.
Zuvor war Zangenfeind Bürgermeister der Gemeinde Hausham. Sein Sieg festigt einen politischen Wandel im Landkreis Miesbach, der bereits 2020 begann, als Wolfgang Rzehak von den Grünen die Landratswahl mit 53,29 Prozent gegen Norbert Kerkel (FW) gewann. Rzehak hatte damit Jakob Kreidl abgelöst, einen CSU-Amtsinhaber, dessen Amtszeit von Skandalen überschattet war.
Der scheidende Landrat Olaf von Löwis hatte auf eine zweite Amtszeit verzichtet. Sein Vorgänger Rzehak hatte bereits die jahrzehntelange CSU-Dominanz im Landkreis durchbrochen. Mit Zangenfeinds Sieg wird dieser Bruch nun weiter zementiert – der Landkreis löst sich zunehmend von der traditionellen konservativen Führung.
Das Wahlergebnis bestätigt den deutlichen Bruch mit der historischen Vorherrschaft der CSU in Miesbach. Zangenfeind tritt sein Amt als erster nicht der CSU angehörender Landrat der Neuzeit an – und beginnt seine Amtszeit mit starker öffentlicher Rückendeckung nach einem klaren Wahlsieg.






