Hochschule für Gesellschaftsgestaltung kämpft mit Crowdfunding um ihr Überleben
Emma WernerHochschule für Gesellschaftsgestaltung kämpft mit Crowdfunding um ihr Überleben
Die Private Universität für Gesellschaftstransformation in Koblenz kämpft ums Überleben. Die unter dem Namen Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) bekannte Einrichtung benötigt bis zum 22. März 400.000 Euro, um den Betrieb bis zum Ende des Sommersemesters aufrechterhalten zu können. Die Krise trifft die Hochschule zu einem Zeitpunkt, an dem ihre langjährige Präsidentin, Prof. Dr. Silja Graupe, aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zurücktreten wird.
Die 2014 gegründete HfGG hat sich mit ihrem aktivistischen Bildungsansatz einen Namen gemacht. Unter Graupes Führung konzentrierte sie sich auf reflexive Wirtschaftstheorien, nachhaltige Strategien und gesellschaftlichen Wandel – ein Modell, das über traditionelle akademische Strukturen hinausgeht. Doch nun steht die Universität vor dem finanziellen Kollaps, da sie zu 80 Prozent von den Mitteln ihrer Präsidentin abhängig ist.
Graupe, die nach ihrem Rücktritt als Professorin an der Hochschule bleiben wird, leitet eine letzte Crowdfunding-Initiative mit dem Titel "Gemeinsam die Brücke zur nächsten Gesellschaft bauen". Die Kampagne zielt darauf ab, 500 symbolische "Brückensteine" zu je 800 Euro zu verkaufen, wobei Spenden in jeder Höhe willkommen sind. Sollte das Fundraising-Ziel verfehlt werden, verspricht die Universität, alle Beiträge ab 50 Euro zurückzuerstatten.
Die gesammelten Gelder sollen den Betrieb während der kritischen Übergangsphase stabilisieren und die langfristige Entwicklung sichern. Unterdessen hat der Senat eine Findungskommission eingesetzt, um eine Nachfolge für Graupe zu finden. Als möglicher Kandidat gilt Prof. Dr. Lars Hochmann.
Die Zukunft der HfGG hängt nun davon ab, ob in den kommenden Wochen 400.000 Euro aufgebracht werden können. Ohne diese Mittel droht der Universität die Schließung – ausgerechnet in einer Phase, in der sie sich auf einen Führungswechsel vorbereitet. Der Ausgang der Kampagne wird entscheiden, ob ihr einzigartiger Bildungsansatz fortgeführt werden kann.






