Junge Wähler in Rheinland-Pfalz: Zwischen AfD-Erfolg und Schulwahl-Überraschungen
Niklas NeumannJunge Wähler in Rheinland-Pfalz: Zwischen AfD-Erfolg und Schulwahl-Überraschungen
Junge Wähler in Rheinland-Pfalz zeigen unterschiedliche politische Präferenzen bei Schulwahlen
Bei jüngsten Schulwahlen in Rheinland-Pfalz haben junge Wähler vielfältige politische Vorlieben gezeigt. Während die rechtspopulistische AfD bei der offiziellen Landtagswahl unter den Unter-25-Jährigen führend war, ergaben Probewahlen in Mainzer Schulen ein anderes Stimmungsbild. Mehrere Bildungseinrichtungen veranstalteten "Juniorwahlen", um Schülerinnen und Schülern demokratische Prozesse näherzubringen.
Bei der Landtagswahl 2021 stimmten die unter 25-Jährigen zu 21 Prozent für die AfD – knapp vor der SPD (20 Prozent) und der Linken (16 Prozent). Die CDU erreichte nur 15 Prozent. Diese Zahlen stehen im deutlichen Kontrast zu den Ergebnissen der Mainzer Schulwahlen.
Am Gutenberg-Gymnasium lag die SPD mit 29,1 Prozent vorn, gefolgt von den Grünen mit 21,4 Prozent. Ein ähnliches Muster zeigte sich an der Bretzenheim-Gesamtschule (IGS), wo die SPD 25 Prozent holte, während die Linke auf 19,5 Prozent kam. An der Auguste-Cornelius-Hechtsheim-Gesamtschule (IGS) dominierte die Linke mit 28,9 Prozent, doch auch hier erreichte die AfD noch 16,2 Prozent.
Andere Schulen wiesen wieder andere Tendenzen auf: An den Bischöflichen Willigis-Schulen führte die CDU mit 30,8 Prozent, die SPD folgte mit 17,1 Prozent. Am Frauenlob-Gymnasium teilten sich SPD und Grüne mit jeweils 26,1 Prozent den ersten Platz. Die Schüler des Otto-Schott-Gymnasiums hingegen setzten mit 31,7 Prozent ein klares Zeichen für die Grünen, während die SPD auf 17,9 Prozent kam.
Die offiziellen Wahlergebnisse aus Mainz bei der Landtagswahl 2021 – etwa in den Wahlkreisen Mainz II (SPD 30,8 Prozent, CDU 27,1 Prozent, Grüne 18,7 Prozent) und Mainz III (SPD 34 Prozent, CDU 29,3 Prozent, Grüne 14,9 Prozent) – lassen sich nicht direkt mit den Schul-Probewahlen vergleichen, da keine langfristigen Daten zu Schülerwahlen vorliegen.
Die Schulwahlen verdeutlichen, wie stark die politischen Neigungen junger Wähler von Ort und Kontext abhängen können. Während die AfD bei der offiziellen Wahl der Unter-25-Jährigen im Land stark abschnitt, bevorzugten Mainzer Schüler in den simulierten Abstimmungen häufiger SPD, Grüne oder Linke. Die Übungen boten ihnen zugleich praktische Erfahrungen mit demokratischer Teilhabe – eine wertvolle Vorbereitung auf künftige Wahlen.






