04 April 2026, 12:17

Künstler Joey Skaggs täuscht seit 30 Jahren Medien mit genialen Aprilscherzen

Comic-Strip-Plakat mit der Überschrift "Aprilscherz", das einen Cartoon-Mann und eine -Frau in einem Gespräch vor einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken zeigt, wobei der Mann mit den Händen gestikuliert.

Künstler Joey Skaggs täuscht seit 30 Jahren Medien mit genialen Aprilscherzen

Seit mehr als drei Jahrzehnten narrt der Künstler Joey Skaggs die Medien mit aufwendigen Aprilscherzen. Sein jährlicher "Umzug" in New York lockt Nachrichtenteams und Blasorchester an – doch am Ende gibt es kein Ereignis. Diesmal gehörte zu seinem Streich ein gefälschter Wettbewerb für Doppelgänger von US-Präsidenten sowie eine inszenierte Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten.

Skaggs begann seine Karriere als ernsthafter Künstler, wandte sich aber satirischen Streichen zu, nachdem er sich über die Heuchelei in der Kunstwelt geärgert hatte. Seit 1986 lädt er Journalisten ein, über einen nicht existierenden Umzug entlang der Fifth Avenue zu berichten. Die vermeintliche Veranstaltung wird als Feier des "Rechts der Öffentlichkeit, über Autoritäten zu lachen" präsentiert – und als Test, wie leicht Menschen falsche Erzählungen glauben.

Seine Aktionen imitieren oft echte Nachrichten, sodass Medien darüber berichten, bevor sie den Schwindel durchschauen. 1985 veröffentlichte Sports Illustrated eine Geschichte über Hayden "Sidd" Finch, ein fiktives Baseball-Talent der New York Mets, das angeblich einen 270 km/h schnellen Wurf beherrschte – ohne jemals zuvor gespielt zu haben. Der Artikel beschrieb Finch als mönchsgleiches Genie, doch die gesamte Reportage war eine Erfindung des Journalisten George Plimpton.

Für Skaggs ist die Medienlandschaft eine "Leinwand" für seine Kunst: Er prüft, was die Menschen glauben und warum. Frühere Streiche umfassten eine Jahrtausendwende-Apokalypse-Party und einen Donald-Trump-Imitatoren-Wettbewerb. Trotz der langjährigen Tradition gibt es keine nachweisbaren Aufzeichnungen oder Medienberichte über den Umzug – außer den anfänglichen Fälschungen.

Selbst Prominente fielen auf seine Tricks herein. 1998 veranstaltete David Bowie eine Launch-Party für einen erfundenen Verlag, und der Schriftsteller William Boyd gab später zu, ebenfalls Teil der Täuschung gewesen zu sein – weder der Autor noch der Verlag existierten je.

Skaggs' Streiche zeigen bis heute, wie schnell sich falsche Geschichten verbreiten – selbst im Zeitalter des Faktenchecks. Medienvertreter und Teilnehmer erscheinen in der Erwartung eines Events, finden aber nur leere Straßen vor. Sein Werk bleibt eine eindringliche Mahnung, wie leicht Fiktion für Wahrheit gehalten wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle