LadeFlexBW belohnt E-Auto-Fahrer für flexibles Laden und entlastet das Stromnetz
Lukas BauerLadeFlexBW belohnt E-Auto-Fahrer für flexibles Laden und entlastet das Stromnetz
Reallabor LadeFlexBW: Wie E-Auto-Fahrer in Baden-Württemberg das Stromnetz entlasten – und dafür belohnt werden
Ein neues Reallabor mit dem Namen LadeFlexBW erprobt, wie Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) in Baden-Württemberg durch flexibles Laden das Stromnetz unterstützen können. Das Projekt bietet finanzielle Anreize für nutzerfreundliche Ladezeiten – ohne die gewohnten Routinen der Fahrer zu stören. Es bewegt sich dabei im Rahmen der bestehenden Vorschriften und soll perspektivisch von einigen hundert auf zehntausende Fahrzeuge skaliert werden.
LadeFlexBW ist ein marktbasiertes Feldprojekt, das die Möglichkeiten dezentraler Netzentlastung im kleinen Maßstab auslotet. Teilnehmende – in diesem Fall private E-Auto-Besitzer – erhalten eine Vergütung, wenn sie ihre Ladezeiten anpassen. Das System erfordert weder einen Wechsel des Energieanbieters noch Tarifänderungen und bleibt damit für die Nutzer unkompliziert.
Das Vorhaben passt in die europäische Strategie zur Stärkung der Nachfragesteuerung (Demand Response), wie sie unter anderem von der EU-Agentur ACER gefördert wird. Es nutzt das bestehende Standardlastprofil (SLP) und ist damit kompatibel mit gängigen Mess- und Regulierungsvorgaben. So lässt es sich ohne aufwendige Infrastrukturänderungen umsetzen.
Dominique Gross, Geschäftsführer der Intelligent Energy System Services (IE2S), will mit dem Projekt ein Erlösmodell testen, das Fahrer für ihre Flexibilität entlohnt. Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied beim Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW, sieht in solchen Reallaboren großes Potenzial, um die flächendeckende Einführung zu beschleunigen. Die Vermarktung der Flexibilität in LadeFlexBW schafft für die Teilnehmenden zudem eine zusätzliche Einnahmequelle – unabhängig von ihren regulären Stromkosten.
Die Systemarchitektur ist auf Wachstum ausgelegt und kann von einigen hundert bis zu zehntausenden E-Autos skalieren. Diese Flexibilität stellt sicher, dass das Projekt mit steigender Teilnehmerzahl und Nachfrage mitwachsen kann.
LadeFlexBW bietet E-Auto-Besitzern eine freiwillige, marktgetriebene Möglichkeit, die Netzstabilität zu unterstützen – und dabei noch etwas zu verdienen. Das Projekt ist so konzipiert, dass es sich nahtlos in die heutigen Energiesysteme einfügt. Bei Erfolg könnte es als Blaupause für größere Demand-Response-Initiativen in ganz Europa dienen.






