Mainz: Hohe Lebenshaltungskosten fressen die Kaufkraft der Bürger auf
Niklas NeumannMainz: Hohe Lebenshaltungskosten fressen die Kaufkraft der Bürger auf
Mainzer Bürger zahlen mit zu den höchsten Lebenshaltungskosten in Deutschland – doch ihre Kaufkraft gehört zu den niedrigsten. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Stadt liegt auf Platz 13 bei den Ausgaben, aber nur auf Rang 374 bei dem verfügbaren Einkommen. Selbst ohne Mietkosten bleibt der Alltag in Mainz im Vergleich zu den meisten Regionen teuer.
Im Schnitt verbleiben den Mainzer Haushalten nach Abzug der Fixkosten gerade einmal 25.000 Euro pro Jahr – ein Wert, der die Stadt bundesweit auf einen der letzten Plätze verweist, knapp über strukturschwachen Regionen wie Ludwigshafen oder Kaiserslautern. Selbst Frankfurt, trotz eigener hoher Kosten, schneidet mit einer angepassten Kaufkraft von 25.691 Euro noch besser ab.
Die Nachbarregionen sind deutlich besser aufgestellt. Im Landkreis Mainz-Bingen etwa beträgt das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen 35.800 Euro – bundesweit Platz 9. Sogar Pirmasens, oft als wirtschaftlich schwächste Stadt Deutschlands wahrgenommen, weist eine höhere Kaufkraft auf als Mainz. Noch eklatanter wird der Unterschied in kleineren Städten: In Neuwied stehen den Einwohnern 37.400 Euro zur Verfügung – über 12.000 Euro mehr als in Mainz.
Die Schere verdeutlicht, wie stark die hohen Preise in Mainz die Löhne auffressen. Mieten sind nur ein Teil des Problems – auch Lebensmittel, Verkehr und Dienstleistungen sind teurer als in den meisten anderen Regionen. Durch das Zusammenspiel aus hohen Ausgaben und geringer Kaufkraft bleibt den Haushalten weniger finanzieller Spielraum. Die Diskrepanz ist frappierend: Platz 13 bei den Kosten, aber Rang 374 bei der Kaufkraft. Im Vergleich bieten benachbarte Landkreise und Kleinstädte ihren Bürgern eine deutlich höhere finanzielle Handlungsfähigkeit.






