Massive Apotheken-Schließungen in MV: Protest gegen jahrelange Finanzierungslücken
Niklas Neumann80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Massive Apotheken-Schließungen in MV: Protest gegen jahrelange Finanzierungslücken
Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern bleiben an diesem Montag im Rahmen eines bundesweiten Protests geschlossen. Die Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf langjährige Sorgen der Branche wegen Kürzungen bei der Finanzierung und steigender Kosten. Notdienste bleiben von den Schließungen jedoch unberührt.
Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern rechnet mit einer breiten Beteiligung am Streik. Mehrere hundert Apotheker aus der Region wollen sich einer größeren Demonstration in Berlin anschließen. Bei rund 350 Apotheken im Land werden über 80 Prozent der nicht am Notdienst beteiligten Betriebe für den Tag ihre Türen schließen.
Apotheker schlagen seit Langem Alarm wegen stagnierender Erstattungssätze, die seit 2013 eingefroren sind. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten kontinuierlich und drücken die Gewinnmargen. Die Branche spielt eine entscheidende Rolle als dezentrales Arzneimittelreservoir Deutschlands und sichert so flächendeckend den Zugang zu lebenswichtigen Behandlungen.
Angesichts der Einschränkungen raten Apotheker Patienten, nicht dringende Besuche auf Dienstag zu verschieben. Der Protest unterstreicht die wachsende Verärgerung über die Verzögerungen der Regierungskoalition bei der Umsetzung versprochener Gebührenanpassungen.
Die Schließungen am Montag betreffen die meisten Apotheken in der Region, während der Notdienst wie gewohnt aufrechterhalten wird. Ziel der Aktion ist es, die Politik zum Handeln zu bewegen und die seit über einem Jahrzehnt bestehenden Finanzierungslücken zu schließen. Patienten werden aufgefordert, sich bei nicht dringendem Medikamentenbedarf rechtzeitig vorzubereiten.






