Müllers umstrittene AfD-Forderung spaltet CDU nach knapper Landtagswahl in Baden-Württemberg
Jonas KrausMüller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Müllers umstrittene AfD-Forderung spaltet CDU nach knapper Landtagswahl in Baden-Württemberg
Theo Müller, Gründer der Molkerei Müller und CSU-Mitglied, hat mit seinen Äußerungen zur Regierungsbildung in Baden-Württemberg eine Debatte ausgelöst. Seine Vorschläge kommen nach der Landtagswahl am 8. März 2026, bei der die Grünen die CDU mit nur 0,5 Prozentpunkten Vorsprung knapp schlugen.
Beide Parteien verfügen nun über jeweils 56 Sitze im 157 Mandate zählenden Landtag, sodass die bestehende Koalition nach dem Ausschluss einer Zusammenarbeit der CDU mit der AfD die einzige realistische Option bleibt.
Die Wahlergebnisse zeigten ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen, die CDU 29,7 Prozent. Die AfD folgte mit 18,8 Prozent, während die SPD auf 5,5 Prozent kam. FDP und Die Linke verfehlten jeweils mit 4,4 Prozent den Einzug in den Landtag.
Müller kritisierte die Haltung der CDU und argumentierte, die Partei dürfe sich nicht mit einer Nebenrolle unter dem Grünen-Politiker Cem Özdemir zufriedengeben. Stattdessen schlug er eine CDU-geführte Regierung vor – entweder in einer Koalition mit der AfD oder mit deren Duldung. Besonders lobte er den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier, dessen Ideen er als vernünftig bezeichnete und mit dem eine Zusammenarbeit seiner Meinung nach möglich sei.
Es ist nicht das erste Mal, dass Müller die AfD unterstützt. Bereits zuvor traf er sich mit der Parteichefin Alice Weidel und nannte sie eine Freundin. Seine jüngsten Aussagen stehen im Widerspruch zur offiziellen Linie der CDU, die jede Partnerschaft mit der rechtspopulistischen Partei kategorisch ablehnt.
Die Grünen und die CDU haben bereits vereinbart, ihre Koalition fortzusetzen, da keine andere Konstellation eine Mehrheit besitzt. CDU-Landeschef Manuel Hagel bot nach der knappen Niederlage sogar seinen Rücktritt an, doch die Einigung sichert vorerst Stabilität.
Die politische Landschaft in Baden-Württemberg bleibt gespalten, mit gleich vielen Sitzen für Grünen und CDU. Müllers Forderung nach einem Bündnis zwischen CDU und AfD widerspricht zwar der Parteilinie, unterstreicht aber die anhaltenden Spannungen über die künftige Regierungsführung.
Vorerst bleibt die bestehende Koalition im Amt, doch die Diskussionen über Führung und Strategie werden voraussichtlich anhalten.






