Neuwied feiert Internationalen Frauentag mit Film und klarem Appell für Gleichberechtigung
Emma WernerNeuwied feiert Internationalen Frauentag mit Film und klarem Appell für Gleichberechtigung
Lokale Gruppe in Neuwied begehte Internationalen Frauentag mit Filmvorführung und Empfang
Eine lokale Initiative in Neuwied beging den Internationalen Frauentag am 8. März mit einer Filmvorführung und einem Empfang. Die Veranstaltung, die über 100 Teilnehmer:innen anzog, sollte die Forderung nach mehr Geschlechtergerechtigkeit unterstreichen. Die Organisator:innen wiesen auf anhaltende Herausforderungen hin – von Lohnungleichheit bis zur politischen Unterrepräsentanz von Frauen –, trotz jahrzehntelanger rechtlicher Fortschritte.
Die Arbeitsgruppe Internationaler Frauentag, ein Bündnis aus Neuwieder Institutionen, Initiativen und Aktivist:innen, richtete die Veranstaltung aus. Koordiniert vom DGB-Gewerkschaftsbund wurde der Dokumentarfilm "Die Unbeugsamen 2: Guten Morgen, Schöne" gezeigt, der das Leben von Frauen in der DDR thematisiert. Der Film löste lebhafte Diskussionen aus, und viele Besucher:innen blieben, um eigene Erfahrungen zu teilen.
Edith Sauerbier, Sekretärin des DGB, sprach beim Empfang und rief Frauen dazu auf, sich bei Landtagswahlen zu bewerben. Stärkere weibliche Repräsentation, so ihr Argument, könnte helfen, anhaltende Ungleichheiten abzubauen. Sauerbier verwies auf die nach wie vor bestehende Lohnlücke in Deutschland, wo Frauen für gleiche Tätigkeiten weniger verdienen als Männer.
Die Veranstaltung beleuchtete auch historische Gegenüberstellungen: Vor der Wiedervereinigung gingen über 90 Prozent der ostdeutschen Frauen einer Arbeit nach – ein Erbe, das ihre politische Präsenz nach 1990 kurzfristig stärkte. Dennoch sind ostdeutsche Bundesländer bis heute bei der Frauenrepräsentation vorne, auch wenn in Führungspositionen nach wie vor Männer dominieren. Aktuelle Bundesberichte kritisieren die zögerlichen Fortschritte und verweisen darauf, dass im 11-köpfigen Koalitionsausschuss für 2026 nur eine Frau vertreten ist.
Obwohl die rechtliche Gleichstellung 1958 erreicht wurde, betonten Redner:innen, dass echte Chancengleichheit noch ausstehe. Viele Frauen in der ehemaligen DDR stemmten Beruf und Kindererziehung – eine "Doppelte Belastung", die trotz hoher Erwerbstätigkeit bestand. Seit der Wiedervereinigung sind ostdeutsche Frauen in Landesparlamenten stärker vertreten als westdeutsche, doch Spitzenpositionen bleiben mehrheitlich männlich besetzt.
Die Neuwieder Veranstaltung zeigte sowohl Fortschritte als auch Rückschläge im Kampf um Gleichberechtigung in Deutschland. Angesichts der hohen Beteiligung und engagierten Debatten hoffen die Organisator:innen, dass die Diskussionen zu mehr politischem Engagement führen. Der Fokus des Films auf die Geschichte ostdeutscher Frauen erinnerte zudem daran, wie vergangene Kämpfe die heutigen Bemühungen um Gerechtigkeit prägen.






