Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Umweltbündnis fordert Energiewende statt fossiler Technologie
Lukas BauerProtest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Umweltbündnis fordert Energiewende statt fossiler Technologie
Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimagruppen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorgesehene Anlage soll auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichtet werden. Kritiker argumentieren, dass das 44-Millionen-Euro-Projekt auf veraltete Technologie setzt und den Umstieg auf saubere Energien verzögert.
Zu den Gegnern zählen Organisationen wie Scientists for Future Mainz und der BUND Mainz. Sie reichten zehn formelle Einwände beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) ein und forderten Gespräche über klimaneutrale Alternativen. Eine für den 7. Mai geplante öffentliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem Beamte die Bedenken als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatten.
Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete den Plan als verantwortungslos, da er weiterhin auf fossile Brennstoffe setze. Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die Investition als Festlegung auf veraltete Technologie für Jahrzehnte. Das Bündnis verweist stattdessen auf Batteriespeicher, die heute deutlich günstiger seien als noch vor Jahren. Eine Einheit, die vor 15 Jahren noch 1.300 Euro pro Kilowattstunde kostete, lasse sich heute für nur 90 Euro herstellen.
KMW hatte angedeutet, die Anlage könnte später auf Wasserstoff umgestellt werden, doch die Gegner bleiben skeptisch. Sie betonen, dass erprobte und kostengünstige Alternativen wie Batteriesysteme Vorrang haben sollten, um die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu sichern.
Da die Anhörung entfällt, werden die Einwände nun ohne weitere öffentliche Diskussion geprüft. Das Bündnis setzt sich weiterhin für einen Ausstieg aus der Gasnutzung ein und drängt die Behörden, moderne und kohlenstoffarme Lösungen zu prüfen. Die Entscheidung wird zeigen, ob das 44-Millionen-Euro-Kraftwerk realisiert wird – oder ob alternative Energiekonzepte an Boden gewinnen.






